„Cyborg Cop“ ist ein ordentlicher Nu Image B-Actionfilm von Genreregisseur Sam Firstenberg.
Jack Ryan (David Bradley) und sein Bruder Phillip (Todd Jensen) sind Cops bei der DEA. Eines Tages können sie einen durchgeknallten Geiselnehmer nur dadurch aufhalten, indem sie ihn töten. Die Geisel wird dabei gerettet, doch bei dem Verrückten handelt es sich um den Sohn eines Zeitungsherausgebers, weshalb die Presse über die beiden herfällt und sie verleumdet, bis Jack de Job hinschmeißt. Der Anfang ist recht routiniert umgesetzt, bietet aber keine wirkliche Action.
Phillip bleibt allerdings im Geschäft und bekommt den Auftrag mit einem Team das Anwesen des verbrecherischen Kessel (John Rhys-Davies) auf der Karibikinsel St. Keith zu erstürmen. Doch das Team läuft in einen Hinterhalt und alle bis auf Phillip getötet. Diesen will Kessel nämlich zu einem Cyborg umwandeln. Der Hinterhalt auf dem Anwesen ist absolut großartig inszeniert worden und ganz klar die beste Actionszene des Films.
Jack bekommt von Phillip eine Nachricht, die er kurz vor dem Einsatz abschickte und in der er um die Hilfe seines Bruders bittet. Die DEA ist nicht gewillt, Phillip zu helfen, weshalb dieser seine Koffer packt und alleine nach Jamaika jettet, wo er sich auf die Suche nach Kessel und dessen Privatarmee begibt...
„Cyborg Cop“ ist an sich ein recht ordentlicher Film aus der Nu Image Schmiede, was vor allem der Regie von Sam Firstenberg („American Fighter“, „Night Hunter“) zu verdanken ist. Dieser setzt den Film optisch recht gut um und auch das Inselszenario bietet eine ganz nette Abwechslung im Genre. Die Story hingegen ist eher 08/15: Jack ermittelt ein bisschen hier und da, zofft sich mit fiesen Schergen und den einheimischen Behörden, ehe er dann genug Hinweise hat, um die Bösewichte aufzuspüren. Da kommt bestenfalls durchschnittliche Spannung auf und auch die Wendungen der Story sind doch etwas vorhersehbar. Im zweiten Drittel des Films wird das Tempo auch etwas zu weit runtergebremst.
Die Action ist alles in allem recht ordentlich, aber zu wenig. So konzentriert sich die Action auf zwei Schießereien: Das anfangs erwähnte Anwesen-Shoot-Out und der Showdown. Diese sind beide ziemlich bleihaltig und gut inszeniert, vor allem ersteres ist absolut klasse. Leider ist ansonsten nicht allzu viel los, nur ein paar kurze Schießereien und Kloppereien sowie eine kleine Verfolgungsjagd mit der Polizei. Diese Szenen sind ebenfalls ganz nett inszeniert, aber recht kurz. So können sie die etwas dünne Story leider nicht immer übertünchen. Die ungekürzte Fassung des Films bietet auch ein paar Härten wie blutige Einschüsse oder eine abgehackte Hand.
David Bradley ist als Held recht charismatisch und verkörpert seine Rolle recht gut, Alonna Shaw in der weiblichen Hauptrolle ist nettes schmückendes Beiwerk. John Rhys-Davies agiert ganz routiniert als Fiesling, auch wenn sein deutsch anmutender Akzent (zumindest im O-Ton) etwas komisch klingt. Die restlichen Darsteller sind ebenfalls recht routiniert.
„Cyborg Cop“ ist ein ganz netter B-Actionfilm, der allerdings unter dem Actionmangel in einigen Teilen des Film empfindlich leidet.