Ein kleiner Raumtransport mit Siedlern, Wachpersonal und einem finsteren Strafgefangenen geht auf einem unwirtlichen Wüsten-Planeten nieder. Schon bald müssen die Überlebenden feststellen, daß sie dort nicht allein sind. Mit der Nacht kommt der Tod...
Regisseur David Twohy schuf mir "Pitch Black" nicht nur ein toll fotographiertes und hoch atmosphärisches Stück ScienceFiction-Horrorkino sondern verhalf desweiteren auch Muskelprotz Vin Diesel zum finalen Durchbruch in Hollywood. Diesels mimikarmer, stets ultracooler Todeskandidaten-Charakter "Riddick" sorgt für einigen frischen Wind im Genre, ist gerade durch seine geringe Emotionalität auf seine Weise (un)sympathisch. Eine gewisse Gewöhnungsphase an diesen etwas unkonventionellen, weil im Prinzip bösen Helden benötigt der Zuschauer dennoch. Letztlich macht aber eben jene geheimnisvolle Ungewöhnlichkeit, zusätzlich interessant gemacht durch eine Lichtalergie, den entscheidenden Reiz aus und man folgt dem spannenden Überlebenskampf auf der tristen Planeten-Oberfläche gerne bis zum schweisstreibenden Ende.
Seinen Hauptreiz zieht "Pitch Black" jedoch aus seiner tollen optischen Umsetzung. Der Einsatz von abwechselnd kalt blauen und warm-orangenen Farbfiltern verbreitet ein tolles Flair und lässt den lebensfeindlichen Planeten noch glaubhafter erscheinen. Neben normalbelichteten Innenraumszenen gibt es aber auch immer wieder auflockernde Grünfilter bei Fackel-Einsatz und grell-violette Eindrücke, wenn Riddick seine Sonnenschutzbrille bei Seite legt. Insgesamt eine tolle Mischung mit einigen kreativen Kameraeinstellungen, die zusammen mit denbedrohlich-treibenden Klängen des Soundtracks den Film zu einem wahren Fest für die Sinne macht.
Doch "Pitch Black" hat auch noch eine nette Portion Action - zumeist in Form von Monsterattacken - im Gepäck. Zwar in der Masse relativ bescheiden, dafür aber durchaus gorig und stilvoll umgesetzt. CGI-Effekte wie der Raumfährenabsturz oder das schleimige Monstergetier sehen ebenfalls ziemlich gut aus. Lediglich die Egoperspektiv-Szenen der Aliens gefielen mir in ihrer unschrafen und verrauschten SW-Ansicht weniger. Ins Gewicht fallen tut dieser Punkt aber kaum...
"Pitch Black" sei all jenen empfohlen, die auf der Suche nach etwas Außergewöhnlichem sind. Packend bis zum krassen Ende, technisch eindrucksvoll und mit einem Vin Diesel, der kälter als ein Eisberg agiert und bis zum Schluss in seinen Motiven und Werten undurchsichtig bleibt: Ein echter Tip für Cineasten mit einem Sinn für düsteren und kompromisslosen SF-Horror!