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Ein Passagierweltraumflug strandet auf einem verlassenen Wüstenplaneten. Neben den Passagieren gibt es noch den Super-Schwerverbrecher Riddick (Vin Diesel), der im Knast seine Augen hat modifizieren lassen, um auch in der Nacht perfekt sehen zu können. Auf ihn passt der Kopfgeldjäger William J. Johns (Cole Hauser) auf, während der gesamte Trupp von der intelligenten Carolyn Fry (Radha Mitchell) geleitet wird. Erste Besonderheit des Planeten sind gleich drei Sonnen, die für eine immense Hitze sorgen. Die zweite Besonderheit sind gemeine Killeraliens, die aber zum Glück Licht nicht vertragen. Da aber alle 22 Jahre tatsächlich alle drei Sonnen gleichzeitig untergehen und die armen Menschlein zur falschen Zeit am falschen Ort sind, bricht bald die Hölle aus. Kann ihnen der vermeintlich böse Riddick helfen, den Wettlauf gegen die Zeit zu gewinnen?

Es handelt sich hier um einen Sci-Fi-Horror Streifen mit einer ordentlichen Gewichtung auf die Figuren. So versprüht vor allem Riddicks Figur eine Menge Mystik und ist wirklich toll präsentiert. Selten ist ein Antiheld so verabscheuungswürdig und nachvollziehbar zugleich. Vin Diesel hat sich selbst mit dieser Rolle das Dogma, er müsse unbedingt cool wirken, auf die Stirn tätowiert und an diesem Ruf wird er noch eine Weile zu kauen haben, wenn er ihn denn nicht ausnutzt. Jedenfalls macht er als Riddick eine blendende Figur und nach seinen weiteren Filmerfolgen wirkt die Rolle ihm quasi wie auf den Leib geschneidert. Irgendwie ist es auch ein dramaturgisch ziemlich kluger Kniff Twohys, die Figur des Riddick anfangs fast schon stiefmütterlich zu behandeln und ihn erst später konkret einzubinden. So weiß der Zuschauer weniger mit seiner Sympathieverteilung umzugehen. Auf der anderen Seite steht nämlich der Kopfgeldjäger Johns, der sich komplett gegensätzlich zu Riddick entwickelt: Zu ihm verlieren die restlichen Gestrandeten nämlich nach und nach den Draht und auch für den Zuschauer wird seine Figur zunehmend zwielichtig gestaltet. Der Zuschauer steht wie Fry, die eigentliche Protagonistin, zwischen den Fronten. Die zahlreichen Dialoge entfalten das Charaktergemisch und lenken von der etwas flachen Story ab.

Diese verläuft nämlich eher schleppend und hat bis auf das tolle Setting kaum richtige Ideen.  Auffällig wird das aber erst gegen Ende, als das Tempo des Films anzieht und mehr Action aufkommt. Es muss halt nichts mehr gesagt werden, die Karten liegen auf dem Tisch. Die erste Stunde über wird man aber sehr spannend unterhalten. Danach wird es auch nicht wirklich langweilig: Die Spannung kommt jedoch eben über das Adrenalinventil und nicht so subtil wie vorher. Insgesamt, gerade nach wiederholtem Ansehen, bleibt aber die Figur des Riddick Hauptgarant für gute Unterhaltung.

Visuell weiß der Film dagegen durchaus zu beeindrucken: Die Computereffekte sind vielleicht nicht das non-plus-ultra, aber bei der Kürze jener Aufnahmen fällt das kaum auf. Ansonsten lebt der Film von einem etwas ruhigerem Schnitt, der teilweise aber auch schnell anzieht. Hauptmerkmal sind jedoch die vielen Farbfilter, die z.B. die gerade dominierende Sonne (eine strahlt nämlich blau) untermalen. Diese Farbfilter sind ungewohnt aufdringlich, verdichten aber ganz gut die Atmosphäre. Auch Riddicks Sicht ist erwähnenswert, immerhin kann er ja bei Nacht alles erkennen und dem Zuschauer wird dies plausibel nähergebracht. Gibt sich der Film im Visuellen noch recht ambitioniert, gibts akustisch lediglich gelungenen Sci-Fi Einheitsbrei. Nichts einprägsames, aber trotzdem förderlich für die Atmosphäre.

"Pitch Black" ist ein stilistisch ambitioniertes Sci-Fi Werk, dessen Hauptstütze die zahlreichen Charakterintermezzos um Riddick darstellen. Im Storyaufbau gibt sich der Film ziemlich routiniert, beim ersten Ansehen wird man aber wirklich gut unterhalten.  

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