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"Pitch Black" wird es, wenn über einem Wüstenplaneten mit drei Sonnen plötzlich zwei Tage lang eine Sonnenfinsternis einsetzt. Astronomisch eine hübsche Vorstellung. Für Monster, die nur in der Dunkelheit jagen, aber die einzige Zeit, mal raus zu kommen. Blöd, wenn ein Raumschiff ausgerechnet an dem Tag dort notlanden muss, obwohl eine solche Konstellationen nur alle 22 Jahre auftritt. Ach ja, notlanden - haha! - als wenn ein Raumschiff beim Aufschlag teilweise in Takt bliebe, nachdem es eine zwei Kilometer lange Furche durch den Sand gezogen hat. Als wenn die Besatzung sich dabei "festhalten" könnte, wie bei einem kurzen Ruckeln in der Straßenbahn. Bis auf den Oberbösewicht natürlich, dessen Hochsicherheitszelle komplett kaputt geht, er selbst aber unverletzt flüchten kann.

Ich hasse das eigentlich, wenn jemand Unzulänglichkeiten bei Sci-Fi oder gar Horror-Filmen anprangert, deswegen wollte ich das nur schnell mal abhaken. Es spielt nämlich für die beeindruckende Geschichte keine Rolle. Drei Komponenten sind es, die die Verfilmung zu einem Erfolg machen: die grafische Gestaltung der extremen Helligkeit auf dem Wüstenplaneten. Die wenigen markigen und zitierwürdigen Sätze des sympatischen Verbrechers. Und die emotionalen, kautzigen, verspielten, latent-aggressiven, verrückten Nebendarsteller.

Die Filmcrew war bis zu diesem Film schlichtweg unbekannt. Die Wheat-Brüder hatten zuvor mit ähnlich unlogischen Gruselgeschichten keinen Erfolg. Vin Diesel, bis dahin Türsteher, bekam zwar in "Saving Private Ryan" seine erste kurze Rolle, aber Pitch Black war im Alter von 33 Jahren sein erster Feature. David Twohy, der Regisseur, hatte immerhin einige Drehbücher geschrieben z.B. für "The Fugitive", "Waterworld", oder "G.I. Jane".

Trotz, oder gerade wegen aller Unlogik, schwingt sich die Geschichte auf zu einem lebendigen Traum, mit einer präsenten dunklen Bedrohung, mit dem verzweifelten Versuch, unlösbare Probleme zu lösen, mit einer eigenartig-fremden Umgebung, mit dem Verlust von Mitreisenden, mit Entscheidungen unter der Moralkeule, und vor allem der Verwandlung der Protagonisten von Saulus zu Paulus, oder umgekehrt.

Die Annäherung des Monster-Killers an die Gruppe bildet den eigentlichen Witz. Übermenschlich, aber doch tapsig wie ein Bär. Unmenschlich, aber auf der richtigen Seite. Teil der Gruppe und doch in seiner eigenen Welt. Reibeisenstimme mit der gewissen Uninteressiertheit. Hier wurde Vin Diesel zur Legende, seine augenzwinkernde Art hat unter Rob Cohen ein bisschen gelitten, aber er konnte auch in vielen Filmen mit Charme überzeugen (z.B. Babylon A.D.)

Vom gleichen Regisseur gerade fertig: "A Perfect Getaway", der bei uns vermutlich Ende des Jahres erscheint, mit Milla Jovovich, Timothy Olyphant, und Kiele Sanchez. Der Trailer ist schon fertig.

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