Review

Headless Body in a topless Bar ist einer jener Filme, von dem nur die allerwenigsten in ihrem Leben etwas gehört haben dürften. Wenn so ein Streifen allerdings in der Grabbeltheke des Elektromarktes um die Ecke wohnt, einen fetzigen Backcovertext hat und für sprichwörtlich nen Appel und´n Ei zu haben ist greift man als geneigter Filmfreund schon mal zu.
Ans Messer geliefert (wie der Film auf schlechtdeutsch heißt) entpuppt sich dabei als Psychothriller aus der Kammerspielabteilung, soll heißen es gibt nur ein einziges Set und alle Geschehnisse spielen sich in Echtzeit ab. Ein Unbekannter möchte eigentlich nur eine Table Dance Bar ausrauben, als der Barmann in einem unbeobachteten Moment die Knarre unter der Theke vorholt, dann jedoch erschossen wird (also der Barmann jetzt). Die anwesenden Gäste werden kurzerhand gekidnapped und der böse Räubersmann überlegt wie er aus dem ganzen angerichteten Schlamassel wieder unbeschadet rauskommt.
Diese Geschichte zieht sich insgesamt über 100 Minuten, was aber ca, 20 Minuten zu lang ist, da sich die Handlung beinahe ausschließlich auf Dialogbasis abspielt. Man braucht als Zuschauer öfter mal eine gehörige Portion Geduld um alles in einem Rutsch anzuschauen. Der Thrillerteil ist dafür um so interessanter, bei den Psychospielchen die der Räuber ohne Namen mit seinen Geiseln treibt leidet man als Zuschauer regelrecht mit, wobei dessen Motivation nicht ganz nachvollziehbar ist. Ich würde mich in so einer Situation schleunigst verdrücken, statt noch locker eine Runde "Leiche im Keller" mit der Opferfraktion zu zocken. Die, größtenteils unbekannten, Schauspieler leisten dafür aber durch die Bank weg gute bis sehr gute Arbeit. Anmerkung am Rande, Jennifer MacDonald dürfte den Weltrekord halten für die längste Nacktrolle am Stück abseits eines Fickelfilmchens.
Trotz einiger Mängel ist Headless Body in a topless Bar ein überraschend sehenswerter Thriller, der nicht durch Action glänzt, sondern durch psychologische Tiefe. Wäre die Inszenierung noch ein wenig straffer, hätte das bestimmt nicht geschadet. Nochmal ein Lob an die Darsteller, alle wirken glaubwürdig, obwohl keiner eine große Karriere vorher oder nachher hatte, weiterempfehlenswert.
6/10

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