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„Mit stählerner Faust“ prügelt sich Jean-Claude Van Damme undercover durch einen Höllenknast.
Louis Burke (Jean-Claude Van Damme) ist einer der besten seines Jobs. Selbstbewusst werden da ein paar Straßenräuber, die ihm dumm kommen, umgekloppt. Nur zur Verhaftung des Frauenmörders Sandman (Patrick Kilpatrick) muss Burke seine ganze Kraft aufbieten, da der dämonische Serienkiller erst nach besonders akuter Bleivergiftung zur Aufgabe bereit ist. Damit hat man auch direkt einen netten Auftakt mit etwas Action, der Burke als den Superbullen etabliert.
Da Burke auch ganz dufte undercover ermitteln kann, schleust man ihn als Räuber getarnt in einen Knast ein, in dem sich mysteriöse Todesfälle unter den Gefangenen häufen. Burke beginnt zu ermitteln, doch die Bedingungen sind höllisch: Die Wärter sind Sadisten, viele Mitgefangene noch schlimmer und der Rest der Insassen schweigt ängstlich…

Großen Anspruch darf man bei „Mit stählerner Faust“ natürlich nicht erwarten, aber mit Atmosphäre kann Deran Sarafians Werk schon punkten, denn hier gibt es den Bilderbuchknast für B-Filme: Höllische Bedingungen an jeder Ecke, Korruption an jeder Ecke und den großen Macker, der in seinem Zellenblock sein eigenes Reich mit Prostitution und Schmuggel aufgebaut hat. Im Vergleich zu dem ähnlich gelagerten Stallone-Vehikel „Lock Up“ sagt da der Realismus direkt Tschüss, aber als oberflächlicher Actionthriller funktioniert „Mit stählerner Faust“ schon. Zudem ist die düstere Inszenierung Sarafians ein echtes Plus für den Film, denn Look der Knastkulissen sieht wirklich schick aus.
Sonderlich ernst nehmen kann man das Geschehen natürlich nicht, denn hier häufen sich die Unglaubwürdigkeiten: Neben dem klischeehaften Höllenknast gibt es noch die obligatorische Lovestory zwischen Burke und der Agentin Amanda Beckett (Cynthia Gibb), die seine Frau spielt und so den Kontakt zur Obrigkeit aufrecht erhält, sowie ein Computerblag. Besagte Teppichratte knackt Codes und durchforstet Daten, wozu die Polizei keine Spezialisten zu haben scheint, und baggert erfolglos und leicht lächerlich Burkes Schrulle in spe an. Doch irgendwie lockert gerade dieser Mangel an Realismus das Geschehen auf, im Gegensatz zu vielen Filmen, die sich krankhaft ernst nehmen.
Die Geschichte ist halbwegs spannend, da der Film sich nur auf das Wesentliche beschränkt und daher gerade mal 85 Minuten mit Abspann läuft. Was hinter den Todesfällen steckt, ist nur mäßig überraschend, aber andrerseits ist „Mit stählerner Faust“ einer der erste Knastfilme dieser Art und wurde schon öfter mal kopiert. Längen gibt es dank der Kürze und des Tempos keine, allerdings haut einen auch keine der Plotwendungen vom Hocker.

Leider spart „Mit stählerner Faust“ etwas an Action, was ja sonst die Stärke von Van Dammes Filmen ist. Zwar gibt es auch hier wieder seine harten Kloppereien zu sehen, doch diese sind meist etwas kurz. Gerade der Endfight ist zwar sehr schick inszeniert, aber enttäuschend schnell vorbei. Immerhin gibt es aber recht spektakuläre Moves von Van Damme zu sehen und in der Gegnerschar findet sich sogar Kultnebendarsteller Al Leong, mit dem sich Van Damme einen Kampf liefern darf.
Schauspielerisch ist „Mit stählerner Faust“ durchaus solides Mittelmaß: Van Damme macht seine Sache ganz gut, auch wenn er in Filmen wie „Sudden Death“ oder „Maximum Risk“ mehr schauspielerisches Talent zeigte. Patrick Kilpatrick ist ein dämonischer Schurke, auch wenn er mit gerade mal zweieinhalb Gesichtsausdrücken auskommt. Die Nebendarsteller sind auch recht routiniert für einen B-Film.

„Mit stählerner Faust“ ist kurz, knackig und kompakt, was unnötige Plotlängen in der ganz ordentlichen Story vermeidet. Nur mehr von der gut inszenierten Action wäre wünschenswert gewesen, denn so bleibt nur ein solides Van Damme Vehikel für Genrefans.

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