Review

Detective Burke hat gerade seinen Erzfeind, den Psychokiller Sandman, hinter Gitter gebracht, da bringt ihn sein neuester Auftrag ebenfalls hinter schwedische Gardinen. Er soll im Gefängnis einer Reihe von Häftlingsmorden auf die Schliche kommen, doch ausgerechnet sein alter Erzfeind wird später in die Haftanstalt versetzt. Für Burke beginnt ein Kampf auf Leben und Tod als seine Identität auffliegt.

Eigentlich müßte ich ein Fan von der stählernen Faust sein, denn der Film bietet beinahe alles, was ich von einem Van Damme oder Seagal/Lundgren Werk erhoffen. Eine dünne Handlung ohne viel Schnickschnack, einige harte Fights und mehr feindlich gesinnte Bösbuben als man essen kann. Dennoch will die Mischung nicht so recht zünden, zwar werden konsequent alle Knaststereotypen durchexerziert, aber so wirkliche Höhepunkte auf die man zeigen kann, sind gar nicht mit dabei. Erst muß sich Frischling Burke gegen die arrivierten Kräfte durchsetzten, nach der Enttarnung vor allen Insassen in Sicherheit bringen und am Ende nachdem der Sandman geentert hat (wär da jetzt Enter Sandman von Metallica als Score gekommen, hätte ich vor lauter Grinsen mit Bonuspoints um mich geworfen).
Das Gefängnis in Kanada an sich ist dabei schon ein seltsames solches. Nicht nur das da reihenweise Knackies umgebracht werden und von offizieller Seite noch nicht ein Fitzelchen an Untersuchungen stattgefunden hat, nein da wird auch noch munterer Organhandel betrieben, da betreibt auch noch ein Priester abseits der Zellen ein Transvestiten In-Lokal, Gefangene stellen am hellichten Tag Schrotkugeln her und Schlüssel für die Personalkabinen gibts auch noch gratis auf Nachfrage. Da fällt das sadistische Personal beinahe schon unter Standardvorgang.
Selbstverständlich gibts auch noch eine geheimnisvolle Person außerhalb, die den illegalen Dickdarmhandel organisiert. Wer das ist kann man allerdingsleicht durchschauen einfach den offensichtlichen red Herring ignorieren und schon hat man den fiesen Capo. Auch die Grundregel, das man sich niemals nicht als Gefangener mit dem Helden anfreunden sollte, wird aufs neue bestätigt, den das hat hier auch unmittelbares Ableben zur Folge. So bleibt ein durchaus unterhaltsamer Zuchthausstreifen am Ende, der aber aus der Masse gleicher Produktionen nicht herausstechen kann. Zudem hat Van Damme hier eine Synchro bekommen, an die man sich nur schwerlich gewöhnen kann. Im gegenzug kann man sich aber wieder über die Computertechnik von 1990 amüsieren und der Kiddiehacker ist eigentlich sogar noch der amüsanteste Charakter im ganzen Film.
6/10
  

Details
Ähnliche Filme