Review

Kein Zittern hinter Gittern


Fast jeder (B-)Actionmoviestar von Stallone bis Seagal hat mindestens einen Knastfilm unter seinem Gürtel. Van Damme hat sogar mehrere. „Death Warrant“ war sein erster Ausflug hinter schwedische Gardinen, noch aus seiner absoluten Hochzeit. Und das merkt man dem Film auch an als Mischung aus Slys Hits „Lock Up“ und „Cobra“, er hat noch nichts von Van Dammes späteren DTV-Bananen. Hier spielt der legendär kickende Belgier einen Undercovercop im Knast, der dort erst im letzten Drittel (wofür sich das Warten definitiv lohnt!) Besuch von seinem traumatischen und totgeglaubten Erzfeind, dem Sandmann, bekommt...

„Mit stählerner Faust“ hält man sich lobenswert an eine ungeschriebene Actionregel, nämlich in unter 90 Minuten zum Schuss zu kommen. Van Damme versucht sich hier teilweise wirklich (und damals fast als Premiere) mal an echtem Schauspiel. Das Knastset wirkt schön dreckig und rau, einige Shots samt Beleuchtung können sich sehen lassen und ich mag besonders, dass Van Dammes Figur hier mal nicht vollkommen übermächtig und unbesiegbar dargestellt wird. Selbst wenn der Cheesefaktor doch (ungewollt) recht hoch liegt. Regietechnisch ist das alles schon enorm basic. Das Highlight ist aber in jedem Fall Patrick Kilpatrick als Sandman, dem ich wesentlich mehr Screentime und Präsenz gewünscht hätte. Im letzten Drittel pusht er die Betonshow und den Aufstand in Block Sidekick aber weit über sein bis dato'iges Limit. Ein wirklich gruseliger Antagonist mit famoser, düsterer Aura. Im direkten Vergleich unter Van Dammes Knastbrüderfilmen zieht „Death Warrant“ für meinen Geschmack zwar knapp den Kürzeren, vor allem weil die ersten zwei Drittel beliebiger Magerquark sind, doch eine süße Cynthia Gibb und das besagte Finnish machen auch diesen Knasturlaub befriedigend knorke. 

Fazit: gutes Doppel mit dem noch besseren, zehn Jahre jüngeren „In Hell“. „Death Warrant“ ist ein (möchtegern-)bierernst heruntergespielter Knastklopper aus den ausklingenden 80s. Kurz, knackig, zackig und nicht lange fackelnd. Selbst wenn er erst gegen Ende scharf schießt und durch den Sandmann richtig gut wird. Aber er geht ja auch nicht lang. 

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