Dieser Film ist ein Must für alle, die sich mit dem Thema "Nazis und Juden bzw. die Verbrechen des 3. Reiches" beschäftigen.
Diesen Film reihe ich sogar noch vor "Schindlers Liste". Er zeigt tief erschütternd und aufrüttelnd, was damals im 2. Weltkrieg für abscheuliche Verbrechen an der Menschlichkeit geschehen sind bzw. was viel schlimmer ist, geschehen konnten! Nie habe ich es realistischer und unbeschönigter gesehen, was damals Menschen anderen Menschen angetan haben. Allen voran wäre dieser Film, der ca. 151 Minuten dauert und keine einzige Sekunde langgezogen wirkt, nie so gut geworden, wenn nicht die erstklassige Schauspielerriege wäre- allen voran natürlich Meryl Streep, die ihren Oskar damals mehr als nur zu Recht bekam. Nie war sie besser als in diesem Film. Ihre Darstellung der vom Schicksal wirklich geplagten bedauernswerten Sophie, die zu einer derart unmenschlichen Entscheidung gezwungen wird, dass man sich willkürlich fragt, wie man(n) (besser gesagt frau) unter einer solchen Ausnahmesituation gehandelt hätte, geht wahrlich unter die Haut. In den Szenen im KZ geht sie wirklich an ihre Grenzen. Hut ab vor dieser großartigen Schauspielerin!
Nicht zu vergessen sind natürlich auch Kevin Kline als Nathan, der den paranoiden und schizophrenen Nathan wirklich als Bessessenen spielt, und last but not least Peter Mc Nichol, der - noch ganz jung - wieder einmal zeigt, was für ein bewundenswerter Actor er ist.
Auch Karlheinz Hackl, der den SS-Offizier gibt, der Sophie bei der Ankunft in Ausschwitz zu dieser Entscheidung nötigt, ist grandios. Er sieht aus wie der Teufel in Menschengestalt, die damals die Macht hatten und auch wahrgenommen haben, um alle Hemmungen fallen zu lassen.
Die Szene, wo Sophie ihre kleine Tochter den Häschern preisgibt, lässt keinen kalt. Besonders Meryl Streeps Gesicht, deren Mund sich zu einem lautlosen Schrei formt.
Ich bin froh, dass ich mir diesen Film gekauft habe - die deutsche Fassung von CBS/Fox gilt unter Sammlern als Rarität. Empfehlenswert ist auch, sich die englische Fassung anzusehen, da Meryl Streep hier ein waschechtes Polnisch von sich gibt.