"Nobody beats me in the kitchen."
Nach seinem Exkurs zur Rettung der Natur, ist Steven Seagal wieder als Casey Ryback im Kino unterwegs. Ganz auf die Pluspunkte des ersten Teils setzend, hat man versucht auch hier einen fulminanten und schnellen Actionfilm zu kreieren. Leider ist das nicht so ganz geglückt.
Nicht mehr im Militärdienst tätig, arbeitet Casey Ryback (seagal) als Chefkock in einem Restaurant. Nach dem Tod seines Bruders und seiner Frau liegt es nun an ihm, sich um die hinterbliebende Tochter (Catherine Heigl) zu kümmern. Auf diese Art von Auftrag nicht vorbereitet holt er sie am Bahnhof ab um mit ihr per Zug nach Hause zu reisen. Doch wie das Leben nunmal spielt, wird der Zug von Terroristen entführt, die ein Satellitensystem des CIA in ihre Gewalt gebracht haben und dieses an den höchstbietenden Verbrecher versteigern wollen. Ganz in seinem Element nimmt Casey den Kampf gegen die Terroristen auf.
Hatte man im ersten Teil die wirklich tolle Kulisse des Kriegsschiffes zu bieten, verlagerte man das Geschehen im Nachfolger in einen rasenden Zug. Atmosphärisch gesehen eigentlich keine schlechte Idee, jedoch vom visuellen Standpunkt betrachtet weniger eindrucksvoll. Konnte man das Kriegsschiff einfach von aussen Filmen und so bombastische Bilder erzeugen, bleibt einem hier nur der Griff zum Computer. Nach dem Prinzip vom Speisewagen bis zur Lok, bleibt Seagal nicht viel Freiheit für seine Ausflüge. Stringent arbeitet er sich durch das Terroristen-Fußvolk bis zum Oberfiesling hervor. Trotz dieses Eintönigkeit können die Kampfszenen überzeugen. Seagal meuchelt in bester Ryback-Manier Alles und Jeden auf seine unnachahmliche Weise dahin. Die architektonischen Gegebenheiten des Zuges wurden in die Kämpfe sehr schön miteinbezogen, was zu ein paar gut ausgedachten Toden führt.
Seagal hat sich zwar in schauspielerischer Hinsicht immer noch nicht gesteigert, nutzt aber, wie auch schon im ersten Teil, seine natürliche Präsenz um Ryback zum Leben erwecken. Mies gelaunt und immer einen flotten Spruch auf den Lippen schlägt, schiesst und messert er sich durch den Zug. Was anderes erwartet auch niemand von ihm. Einen massiven Fehler hat man allerdings mit der Besetzung des Oberbösewichts begangen. War man aus Teil 1 noch das großartige Gespann aus Tommy Lee Jones und Gary Busey gewöhnt, muss man sich hier mit einem weniger gut agierenden Eric Bogosian zufrieden geben, der zur keiner Zeit in der Liga von Jones und Busey spielt. Darüberhinaus hat man noch einen witzigen Schwarzen (Morris Chestnut) eingebaut, der den Film über weite Strecken rouiniert. Wozu das gut sein sollte, bleibt wohl das Geheimnis des Drehbuchschreibers.
Was die Technik betrifft konnte man den Standard des ersten Teils nicht ganz einhalten. Hin und wieder schleichen sich schlechte Schnitte, billige CGI-Effekte und Kulissenmängel in den Film ein. Da war der erste Teil viel professioneller. Bei der Sounduntermalung hat man jedoch alles richtig gemacht. Der Score ist stets passend und wo es krachen soll, da kracht es auch.
Im Endeffekt hat man es nicht geschafft den tollen ersten Teil zu toppen, noch dessen Level zu halten. Die produktionstechnischen Mängel, kann man zwar noch mit der brutaleren Vorgehensweise und besseren Kämpfen Seagals kompensieren, für die nervenden Charaktere und unnötig Science-Fiction angehauchte Story gibt es allerdings keinen Ausgleich. Alarmstufe Rot 2 bleibt zwar noch immer ein harter und mit gewaltig Action ausgestatter Seagal-Film, eine Verbesserung zum Erstling ist er allerdings nicht.
7/10