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Nach Schiff kommt Zug und in diesem findet sich Ex-Navy Seal Casey Ryback wieder. Diesmal mitsamt Nichte, die beiden fahren nach Los Angeles, um sich am Grab von Caseys Bruder James die Ehre zu geben. In dem von Geoff Murphy inszenierten Szenario wird der Zug natürlich bald von Terroristen geentert, die haben einen Satelliten unter ihrer Kontrolle und mit diesem zerstören sie dies und das. Ryback schreitet zur Tat.

Die Fortsetzung des 1992er Actionstreifens versucht sich also tatsächlich daran, der Hauptfigur noch etwas Hintergrund und Bindungsmaterial zu verpassen. Völlig irrelevant, die Geschichte ist nur ein Aufhänger für Steven Seagal als Ein-Mann-Armee. Und so unflexibel ein Zug auf der Schiene klebt, so stoisch trabt der Herr auch durch diesen Film. Der Zug fährt gemütlich durch die Heide und das passt zu Seagal, der kein Ausbund an Spritzigkeit ist. Oder ist es Zufall, dass man bei so vielen Stunts sein Gesicht nicht sieht? Er kommt ja nicht einmal flott die Treppe herunter, ohne dass man die Bildwiederholfrequenz hochschrauben muss. Wie auch im Showdown. Action, wenn es sie denn mal gibt, besteht überwiegend aus Ballereien, am Ende packt man wieder die Messer aus und rangelt noch etwas miteinander. Das ist allerdings so unübersichtlich montiert, dass man kaum sieht, wer was wie gerade macht.

Nicht einmal etwas Aufwand hat man in die Bebilderung der satellitengetriebenen Zerstörung gesteckt, nicht verwendetes Material aus Seagals „On Deadly Ground“ (1994) hat man da reingeschnitten.
Seagal selbst macht wenig Freude, seine behäbige Art und das dauernde Halbflüstern langweilen dann doch irgendwann. Wie im Vorgänger sorgen die Schurken da für mehr Unterhaltung, Eric Bogosian als vernichtungsfreudiger Nerd und Everett McGill als Mann fürs Grobe retten das Ding vor dem Einschlafen. Die Effekte halten einen eh nicht wach, von den ruckeligen Szenen zu Anfang mit dem Satelliten bis zum Abgang des Schurken bekommt man einiges Unschönes vor die Linse.

„Sane people do not build weapons like this.“

Schnarchige Fortsetzung mit einem ebensolchen Seagal, der wie im Vorgänger von den Bösewichtern an die Wand gespielt wird. Die Action ist wenig berauschend, die formelhafte Umsetzung bietet nichts Neues. Der Zug ist abgefahren.

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