Review
von Leimbacher-Mario
Keine Fanfaren hier
Warum hat man im deutschen aus schwarz rot gemacht? Hat man einige der Szenen mit Van Damme nachgedreht oder gar nachträglich eingefügt? Und hätte es diese explosive und doch völlig kraftlose Randerscheinung in seiner Vita wirklich gebraucht? Das sind ungefähr die gröbsten Fragen, die mir nach der Sichtung von „Black Eagle“ durch den Kopf gehen... In einer durch sehr anschauliche Kulissen und Städte (vor allem Malta!) aufgewerteten Agentenstory kämpft ein amerikanisches Kung Fu-Ass vor dem Ende des kalten Krieges gegen einen sowjetischen Supersoldaten (Van Damme) bzw. dafür, dass den Russen nicht mächtige Lasertechnik in die Hände fällt...
Aus meinem Geburtsjahr gibt’s etliches für Genrefans zu bestaunen. 1988 war ein top Jahr. „Black Eagle“ gehört aber sicher nicht zu den empfehlenswerten Titeln. Malta und einige Backdrops machen den Europabummel vielleicht nicht ganz zum Totalausfall, Van Damme-Fans komplettieren so zumindest ohne körperliche Schmerzen ihre Sammlung. Aber öfters gucken muss ich diese seelenlose Stangenware ganz sicher nicht. „Black Eagle“ ist voll von Klischees und steifem Schauspiel, mit kaum vorhandener Geschichte und dennoch mit zu vielen Minuten auf der Uhr. Witzig schlecht wird’s aber auch zu keinem Zeitpunkt. Alles bleibt egal. Die Action ist nicht choreographiert, null bleibt im Gedächtnis. Und Van Damme ist nur eine glasklare Nebenfigur. Alle Hauptakteure wirken lustlos und null Chemie, null Flow, null Spannung entsteht. „Black Eagle“ hat man schon vergessen bevor der Abspann durchgelaufen ist. Nur Malta macht hier Werbung für sich als europäischer Geheimtipp. „Black Eagle“ wird wohl niemand ebenso nennen. Egal wie niedrige Actionansprüche man haben sollte. Das reicht einfach nicht. Damals wie heute.
Fazit: Malta und Rom sind wunderbare Locations und geben „Black Eagle“ ein paar feine Hintergründe und Sehenswürdigkeiten. Der Rest dieser generischen, blassen Actionchose ist aber kaum der Rede wert. Eine frühe Rolle für Van Damme, vielleicht ein weiteres kleines Sprungbrett. Und dennoch ein Intermezzo ohne Wert.