Man muss schon ein wenig feist drauf sein, um die Handlung von „Motel“ (2007, Debüt von Nimrod Antal) annähernd 1:1 zu kopieren und dem Ganzen einen ablenkenden Titel zu geben.
Die Geschichte hat weder deutlich mit Snuff, noch mit durchdachter Dramaturgie zu tun und wären mit Michael Madsen und Jeff Fahey nicht zwei bekannte Gesichter an Bord, könnte man sich die Angelegenheit auch fast komplett schenken.
Santa Parish, Louisiana: Don und Nancy befinden sich auf einem Trip, als sie auf einsam-nächtlicher Straße von einem Fremden gerammt werden und ihr demolierter Wagen nicht mehr anspringt. Nach einiger Zeit erscheint Sheriff Cleveland (Fahey) und bietet eine Unterbringung im nahe gelegenen Motel an.
Die Bruchbude entpuppt sich rasch als Schauplatz für eine mörderische Hatz, die nur durch massive Gegenwehr beendet werden könnte…
Immerhin gelingt es Autor und Regisseur Dan Garcia sein Heldenpaar zu etablieren, denn Nancy ist eine furchtbare, egoistische, keifende Schnake, die sogar den Sheriff wüst beschimpft und jederzeit impulsiv drauf los wettert.
Don liefert dazu einen Ruhepol und vermag demzufolge sämtliche Sympathien auf sich ziehen, während seine wetternde Alte gerne recht früh ins Gras beißen dürfte.
Doch erst einmal wälzt man Eheprobleme, die allerdings keine tiefer gehende Relevanz erfahren, denn exakte Streitpunkte werden nicht erwähnt.
Dass der Sheriff ein zwiespältiges Spielchen treibt, wird bereits deutlich, als er eine angeschickerte Studentin ins Motel führt, - man muss ferner kein Hellseher sein, um auch den übrigen Gestalten ihre Position zuweisen zu können, da bleibt das Skript hundertprozentig überraschungsfrei.
Aber auch sonst bringt der Streifen keine neuen Aspekte hervor, die „Motel“ nicht bereits ausgeklügelter und überwiegend effizienter auf den Punkt brachte.
Hier und da eine Attacke im Hof, Flucht zurück ins Zimmer, zwischenzeitliche Diskussionen im Monitorraum, am Rande ein paar Rednecks, die das Treiben geifernd verfolgen und am Ende ein paar Ablenkungsmanöver, die einen Gegenschlag einleiten, denn ohne eine Waffe gibt es für die beiden Flüchtigen wenig zu melden.
Dabei fällt zusehends auf, wie bruchstückhaft das Drehbuch zusammengekleistert wurde und wie viele Logiklücken und Kontinuitätsfehler in geballter Anzahl auftauchen.
Denn, welche Funktion Michael Madsen bekleidet, wird nicht gänzlich geklärt, noch weniger erfährt man über angerissene Themen wie Menschenhandel (was wird aus den mexikanischen Flüchtlingen, was mit den Huren aus Osteuropa?), zumal der eigentliche Kern keinerlei Hintergrund erfährt: Werden die Streams übers Internet übertragen? Wer zahlt, oder finanziert die Geschichte? Was ist mit polizeilichen Ermittlungen in der Gegend und soll das gewerblicher Snuff oder privates Redneck-Vergnügen sein?
Als Gegenleistung könnten ein paar ordentliche Foltereinlagen etwas kaschieren, - doch weit gefehlt, denn bis auf ein paar blutige Einschüsse und Stichverletzungen durch Messer ist kein Foltermaterial enthalten und über ausholende Schläge mit der Eisenstange kommt man auch während der wenigen Zweikämpfe nicht hinaus.
Zwar ist das Tempo nach einer Stunde bis zum Ende recht passabel und man fördert gar ein paar durchaus spannende Szenen zutage, doch im Gesamtbild scheitert man bereits im Vorfeld, der allseits bekannten Geschichte tatsächlich überhaupt keine neuen Ideen beigemengt zu haben.
Infolgedessen kann sich jeder, der „Motel“ noch einigermaßen präsent hat, definitiv sparen, - „Terror Trap“ bietet nichts weiter, als ein annähernd humorloses Plagiat ohne eigenen Stil oder sonstigen markanten Momenten.
Solide gespielt, brauchbar ausgestattet und handwerklich routiniert, ginge der Streifen als Pre-Prequel des Originals durch, denn es beginnt und bleibt harmlos bis zum Ende.
3,5 von 10