Review

Gesamtbesprechung

Der offene Krieg zwischen den Imperien der Carringtons und der Colbys entwickelt sich verräterischer und persönlicher als je zuvor. Der Kampf um Macht führt zu Brandstiftung, Mord, Kindesentführung und der wohl unerwartetsten Dreiecksbeziehung in der Geschichte der Serie. Wegen der überraschenden Wendungen in der Story gefeiert, hält Denver Clan von den heftigen ersten Momenten bis zum sensationellen Staffelfinale ununterbrochen Überraschungen bereit.

Nachdem Vorreiter Dallas quotentechnisch abging wie eine Rakete, sahen sich viele konkurrierende Fernsehsender genötigt, ein ähnlich erfolgreiches Zugpferd in den heimischen Stall zu stellen. Tatsächlich borgt sich Dynasty viele Elemente aus Dallas aus, beide Serien spielen in einer Stadt die mit D anfängt und aus sechs Buchstaben besteht (statt Texas ist hier eben Colorado der State der Wahl), haben im Zentrum einen Familienclan der einem Ölimperium vorsteht und auch die Handlungen der einzelnen Episoden drehen sich weitestgehend um dieselben soapigen Probleme, wobei meiner Meinung nach der Denver Clan oftmals die pfiffigeren Scripts hatte. Das Konzept ging auf und die Serie wurde ein großer Erfolg und nicht nur in den USA, sondern auch nach den deutschen Ausstrahlungen, ein echter Straßenfeger.
Hauptprotagonisten sind dabei das Ehepaar Blake und Krystle Carrington, quasi das Vorstandsehepaar, sowie Blakes Ex-Frau Alexis, die eigentlich Blake immer noch liebt und deshalb permanent Giftpfeile und Intrigen speziell gegen ihre prädestinierte Platzklauerin Krystle. Besonders Joan Collins als selbstverliebte Zicke ist oftmals das Salz in der Suppe und die physischen und psychischen Catfights zwischen ihr und der Rivalin immer wieder eine Schau. Ihre Eifersucht ist Schuld am Tod des ersten Kindes der beiden, nachdem sie einen Reitunfall provozierte und auch Blakes zwischenzeitliche Erblindung geht auf ihr Konto, ein echtes Vorzeigebiest eben. Aber auch im Hause Carrington ist nicht alles Gold was glänzt, hier betrügt sich jeder gegenseitig und sogar die Ehen werden gelegentlich mal geschieden und wieder erneuert, wie überhaupt ein ständiges Kommen und Gehen von Beziehungsgeröhre, privater Intrigen gegen die die Osbournes wie ein Streichelzoo wirken und geschäftlicher Machenschaften auf die selbst Stromberg neidisch werden würde, also all das Zeug was das Soap Genre in den folgenden Jahren/Jahrzehnten so populär machte.
Als dann irgendwann jeder mal jeden geheiratet oder wenigstens eine Affäre gehabt hat, nahmen die Geschichten aber immer wilder Züge an. Da spielten auf einmal Autobomben, versteckte Nazischätze und ein Kill Bill Vorläufer bei der Hochzeit des moldawischen Prinzen immer größere Rollen und nach etwa 220 Folgen und neun Jahren Produktion schloß man die Tore, auch weil die Gagenforderungen einiger Darsteller immer mehr ausuferten. Das offene Ende versuchte man durch den Nachdreh des Zweiteilers „The Reunion“ einigermaßen schlüssig aufzudröseln. Anscheinend soll mittlerweile sogar noch ein Kinofilm in Planung sein der als Prequel zur Serie gedacht ist, schaun mer mal. 6/10

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