Seit seinem internationalen Durchbruch mit "The Transporter" ist der Brite Jason Statham im Dauereinsatz. Minmal zwei Filme pro Jahr liefert er dem Publikum, wobei die Qualität sehr schwankt und neben zahlreicher Kinofilme sind auch ein paar B-Produktionen zugegen. Hierzu kann man auch "Blitz" zählen, der nur in wenigen Ländern in die Kinos kam und dort kaum den großen Reibach machte. Aber Statham ist unermüdlich bei der Sache, was man ihm als Actionfan hoch anrechnet und unterhaltsam ist "Blitz" allemal.
Auch liefert Statham hier eine dermaßen coole und zynische Show. Die Rolle des Querulanten-Cops liegt ihm sehr gut und seine markigen Onliner sorgen trotz der eigentlichen ernsten Thematik immer wieder für Lacher. Denn Detective Tom Brant (Jason Statham) ist eigentlich ein Mensch, dem man im realen Leben nicht begegnen möchte. Er säuft, raucht und ist schnell bei der Sache, wenn es darum geht Prügel auszuteilen. Harte Schale, aber weicher Kern, als Zuschauer mag man die Figur einfach. Doch nun bekommt es Brant mit Barry Weiss (Aidan Gillen) zu tun, der sich vorgenommen hat acht Polizisten zu ermorden. Auf der Liste steht auch die ehemalige Undercover-Polizistin Elizabeth Falls (Zawe Ashton). Und Brant bekommt mit Porter Nash (Paddy Considine) einen neuen Vorgesetzten vor die Nase gesetzt.
Sieht man über den Tellerrand, so ist "Blitz" erfreulicherweise mehr als eine triviale Killerhatz. Dies spiegelt sich schon bei der Figur des Porter Nash wieder. Auf den ersten Blick trennen Brant und Nash Welten, doch im Endeffekt haben sie viel gemeinsam und harmonieren zunehmend besser miteinander. Eine weitere Überraschung ist der Charakter Elizabeth Falls, die durch ihre Undercover-Einsaätze in der Drogenszene selbst süchtig wurde. Brant hat sie es zu verdanken, dass sie wieder clean ist und nun versucht sie einem jungen Bandenmitglied zu helfen, gerät aber ins Visier des Killers Weiss.Damit liefert uns Regisseur Elliot Lester (Love is the Drug) erstaunlich hintergründige Figuren, was die ansonsten sehr überraschungsarme Hetzjagd interessanter gestaltet. Jedoch weiß man leider von Anfang an, wer der Copkiller ist und dessen sehr schleierhaftes Motiv mag nicht jedem einleuchten. Er tauft sich selbst "Blitz" nach der militärischen Strategie "Blitzkrieg". Übrigens basiert die ganze Geschichte auf einem Roman, den Autor Ken Bruen erst vor kurzem herausbrachte.
Auch sollte man hier keinen Actionfilm erwarten, um Enttäuschungen gleich zu vermeiden. Statham hat hier körperlich eher wenig zu tun, gleich zu Beginn einen brutalen Fight gegen ein paar Autoknacker, eine kurze Verfolgungsjagd zu Fuß und im enttäuschend lahmen und zu ereignislosen Finale steht er natürlich dem Killer gegenüber. Doch bis dahin kann Lester die Spannung auf solidem Niveau halten, das Erzähltempo bleibt stets gleichbleibend moderat und dank der gewollt tristen Kulissen kommt eine passend kühle Atmosphäre auf unterstützt von einem fast schon fetzigen Score. Das Gesamtpaket stimmt also größtenteils, wobei eine ausgefeiltere Geschichte und ein paar Spannungspitzen dem Film nicht geschadet hätten. Stattdessen geizt Lester nicht mit Brutalitäten und einigen Anflügen von Selbstjustiz.
Statham schlüpft dabei in eine beliebte Rolle, sein rüpelhaftes Benehmen gegenüber seinen Mitmenschen sorgt immer wieder für Schmunzler, während Paddy Considine (Hot Fuzz, Der Schrei der Eule) seine mehr zurückhaltende Rolle sehr glaubhaft verkörpert. Aidan Gillen (Zwölf Runden, Blackout) gibt einen brauchbaren Killer ab und Zawe Ashton sorgt aufgrund ihres Schicksals für die nötigen Emotionen.
"Blitz" ist kein Film, den man sich unbedingt ins Regal stellen muss. Jedoch überzeugen tiefgründige Charaktere und ein paar nette Einfälle, ansonsten fände man sich wirklich in einer 08/15 Killerhatz wieder. Statham macht seinem Ruf alle Ehre und fungiert als eigentliches Zugpferd, seine teilweise unverschämten Onliner sind wirklich klasse. Jedoch ist das kurze Finale eine Enttäuschung, mehr Spannung und Action könnte "Blitz" auch vertragen und nach dem ersten Filmdrittel weiß man eigentlich schon alles, was man wissen muss. Der Rest ist recht straight erzählt, aber auch völlig wendungsarm.