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Alljährlich sterben Teens besonders häufig an Halloween, - gerne auch mal im Kollektiv an ungewöhnlichen Orten. Leider fiel Autor und Regisseur Jeff Chamberlain nicht allzu viel zu dem Thema ein, da er sich lange Zeit nicht zwischen Spuk und schlichtem Überlebenskampf entscheiden kann.

Fünf Teens um Laurie benötigen an Halloween den besonderen Kick, so verschlägt es die Truppe mit Helmkamera ausgerüstet in eine verlassene Mine, in der es seit geraumer Zeit spuken soll. Als sich die Gruppe in einen Schacht herabseilt, finden sie das Seilende verkokelt vor und müssen im Stollen nach einem anderen Ausgang suchen. Und sie scheinen dort unten nicht allein zu sein...

"Abandoned Mine" versäumt es, interessante Figuren einzuführen, denn etwaige Beziehungsdreiecke und ein Inder mit einigen Klischeeeigenschaften bieten kaum interessante Ansätze.
Die Lokalität des Stollens vermag indes nur für eine Weile für leichte Gänsehaut zu sorgen, da diese auf Dauer keine Abwechslung liefert und sich diverse Gänge und Schächte zu wiederholen scheinen. Schlimmer ist jedoch das komplette Ausbleiben einer Bedrohung von außen: Keine Anzeichen von übersinnlichen Phänomenen, einem Killer oder sonstigen bösen Schwingungen.

Da verwundert es wenig, dass die erste Person recht unspektakulär verschwindet und die Art des Dahinsiechens erst gar nicht näher hinterfragt wird, während beim zweiten Opfer immerhin für den Bruchteil einer Sekunde Gedärme im Halbdunkel zu sehen sind.
Der weitere Verlauf überrascht letztlich nicht mehr und auch wenn im letzten Drittel ein Twist hinterher geschoben wird, so ist dieser bereits nach zehn Minuten noch vor Betreten der Mine erahnbar.

So tauchen eine Handvoll Fledermäuse auf, die Sicht der Helmkamera wird nur selten ins Spiel gebracht, in prekärer Situation bleibt noch Raum für debile Späße und die Hintergrundgeschichte der lebendig Begrabenen wird noch nicht einmal mit entsprechenden Flashback-Bildern vorgetragen.
So bleibt der Ausflug unter die Erdoberfläche ein langweilige Unterfangen ohne Höhepunkte, dem es an Originalität und spannenden Einlagen mangelt, vom regelrechten Mitfiebern ganz zu schweigen.

Am Ende reißen die letzten Einstellungen gar nichts mehr raus, die Truppe der Jungmimen bleibt überwiegend blass, der mittelmäßige Score ebenfalls und bei alledem pendelt sich das kaum vorhandene Blutvergießen auf FSK12-Niveau ein. Nichts für die kommende Halloweenparty, denn zum kollektiven Gruseln eignet er sich wahrlich nicht.
3 von 10

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