Das Licht geht aus, wir geh'n (noch nicht) nach Haus'…
„Session 9“-Regisseur Brad Anderson liefert mit dem eher unbekannten und aus den Augen verlorenen „Vanishing on 7th Street“ einen endzeitlichen Horror-Mystery-Streifen ab, bei dem eines Abends das Licht ausgeht und außer unserer kleinen Gruppe an Leuten bzw. Protagonisten alle anderen Bewohner dieser Welt von jetzt auf gleich verschwinden, wie vom Erdboden geschluckt. Seltsame Schatten lauern in der Dunkelheit. Doch was könnte wirklich passiert sein? Andersweltliche Mächte? Missverstandene Seelen? Eine Paralleldimension?
They Are Legend
Natürlich kommen Gedanken an sowas wie „Der Omega Mann“ oder „The Leftovers“ auf, doch Regisseur Brad Anderson geht die Sache etwas anders an oder setzt diese zumindest anders um - was ich am ehesten als „Hit or Miss“ beschreiben würde. Die Schatten haben ihre creepy Momente, das World- und Mysterybuilding hält die Neugier grundsätzlich hoch. Und es ist sehr schön, dass Leguizamo und Co. mal nicht nur Nebenfiguren sind. Und die enorm dichte Atmosphäre des Ganzen ist kaum zu leugnen, nicht zu unterschätzen, sogar samt ein paar echter Gänsehautmomente, nicht weit entfernt von Stephen King. Und dennoch kommt für mich alles am Ende nicht gut und befriedigend genug zusammen. Inhaltlich, charakterlich, weltlich. Ich brauche gewiss nicht auf alles Antworten. Aber das ist mir dann doch etwas wenig, etwas vage, etwas herausgemogelt. Als ob man einfach kein Ende für die Geschichte finden konnte oder wollte. Und das führt dann bei mir zu Ärger, warum ich die 90 Minuten überhaupt angegangen bin und investiert habe… So von wegen: „Hier ein paar interessante Brocken und Ideen - seht zu was ihr damit macht, bringt's selbst zu Ende!“.
Schatten, die ermatten
Fazit: ein paar fiese Momente und krasse Ansätze, Theorien, Möglichkeiten helfen nie ganz zum Durchbruch… Zu viele Fragen, zu viel Verzagen, zu wenig an den Kragen. Wie eine weder zu Ende gedachte noch gebrachte „Twilight Zone“-Episode… Schade. Fühlt sich brutal leer an.