Review

Wenn ein Genre ausgelutscht und öde ist, dann ist es der Werwolf-Film, der ja von nicht mehr steuerbarer Triebbefreiung handelt. Immer die gleiche Chose mit dem Schicksal der Betroffenen reizt niemanden.
Da ist es schön zu sehen, daß ein paar Briten und eine luxemburgische Produktionsgesellschaft dem Schema einen Tritt in den Arsch geben und es straight angehen.

Ganz einfach: eine Gruppe von Soldaten wird auf einem Manöver in den Highlands von Werwölfen angegriffen, die locker schon ein Eliteteam ausgeschaltet haben. Man kommt dank der Hilfe einer Frau in einem einsamen und abgelegenen Haus unter, doch damit geht die Belagerung erst richtig los. Und das Gemetzel...

Freut einen wirklich, das zu sehen. Klar, es ist das Negerlein-Spielchen von Grund auf, aber dennoch wird hier heftigst zur Sache gegangen und das mit bewährten Mitteln. Die Highlands an sich sind eine schön morbide Kulisse, die Senken und Schluchten werfen die nötigen Schatten, die Nebel wallen und die Krallen sind gewetzt.
Und alsbald geht man mit voller Feuerpower zur Sache, bzw. mit allen möglichen Schneidinstrumenten.
Geschossen, gehackt, gestochen, durchbohrt, in Flammen gesetzt und noch mehr, aber die Viecher sind natürlich nur durch Feuertod und Silber umzubringen, was unsere Helden, ein Querschnitt durch das klischeehafte Soldatenleben natürlich nicht anficht, es mit den falschen Mitteln immer wieder zu versuchen.

Dazu noch das Drama um den eigenen verletzten und logischerweise bald zum Werwolf mutierenden Anführer, sowie den fiesen Leiter der Elitetruppe, der dessen Schicksal teilt.
Ansonsten ist der Output und roh und schnell: Krallen legen einiges an Gedärm frei, ein Arm wird abgehackt, ein Jeep schwimmt vor Blut. Und die Opfer werden nicht totgebissen, sie werden wirklich bis zur Unendlichkeit (Blutsuppe mit kleinen Matschstückchen) zerteilt, juhu! Ach so, und die Szene, wo ein Soldat dem Eliteführer auf dem Kopf kotzt, reicht zum in der Ecke jodeln!

Nicht daß das ohne Makel wäre! Das grundsätzliche Harte-Männertum führt zu einigen Entscheidungen, die einen die Wände hochtreiben! Trotz bewährter Indianer-Fort-Situation, sprengt man erst einen Wagen, dann auch noch den zweiten für ein lächerliches Unterfangen. Die Erwähnung, die Frau wüßte, wie man die Viecher umbringt, wird ignoriert und diverse Male scheint der Schnitt ungeschickt Zäsuren zu setzen.
Auch sind die Wölfe nicht vollends überzeugend, meist aufrecht gehende Figuren, die hauptsächlich bis zur Brust an Wölfe gemahnen, sonst aber eher menschlich sind.

Der Spaß an der Freud ist aber beachtlich, der Showdown ist ungemein zermürbend und eine martialisch-aufopfernde Attacke des einen Soldaten, der schließlich mit Fäusten, Tritten und Kücheninventar auf eins der Monster losgeht, ist pures Adrenalin, wie es selten zu sehen war.
Auch das Fehlen jeglicher blöder Schlußgags ist erfreulich, allein die Haus-im-Wald-Atmo hätte noch weiter ausgearbeitet werden können.

Es gibt also Action, Splatter und harte Männer, präsentiert mit dem nötigen Hauch von (Männer-)Humor, brauchbar gespielt, eine saubere Angelegenheit aus der Videothek. Uneingeschränkte Empfehlung, wer sowas mag. (7/10)

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