Während der zweite Weltkrieg in vollem Gang ist, beißt die Halb-Vampirin Rayne irgendwo an der Ostfront den Nazi-Kommandantan Ekart Brand mal eher versehentlich zum "Dhampir", der nun wie sie übermenschlich stark ist, über regenerative Kräfte verfügt und sogar im Tageslicht umherwandeln kann. Das kommt dem irren Nazi-Wissenschaftler Dr. Mangler echt gelegen, denn dieser betreibt schon seit einiger Zeit seine Vampir-Forschungen... mit dem Ziel, Hitler selbst unsterblich werden zu lassen, damit dieser mit seinen Blutsauger-Truppen die gesamte Welt beherrschen kann. Um das zu verhindern, schließt sich Rayne dem Partisanen-Führer Nathaniel im Kampf gegen Brand und seine Nazi-Brut an... Es hat zwar zwei Filme gebraucht, aber nach Mittelalter und dem wilden Westen greift Uwe Boll nun endlich doch noch das WWII-Setting der Daddel-Vorlage auf und lässt die Titel-Heldin Rayne gegen das vermaledeite Nazi-Gesocks antreten... wurde auch langsam Zeit! Im Ergebnis ist diese zweite Fortsetzung dann auch sicherlich der trashigste Teil der Trilogie um die Halb-Vampirin geworden, aber immerhin nicht auch der schlechteste: Im Gegensatz zu dem wirklich unterirdischen "BloodRayne 2: Deliverance", der einfach nur scheisse war, kann "BloodRayne: The Third Reich" nämlich schon recht bauchmäßig in debiler C-Film-Manier unterhalten, denn er liefert neben billiger Splatter-Action auch noch olle Nazisploitation und sinnlosen Lesben-Sex... und das alles innerhalb einer im Vergleich zum Vorgänger um etwa zwanzig Minuten entschlackten Laufzeit, was einerseits zwar wieder mal Rückschlüsse auf die Hopplahopp-Produktion der Angelegenheit zulässt, dem daraus resultierenden Streifen aber eigentlich ganz gut getan hat, denn die inhaltlichen Durchhänger halten dich dadurch einigermaßen in Grenzen. Und Charakterkopf Clint Howard gibt es dann als irren deutschen Mad Scientist auch noch gratis obendrauf, was einem schon 'ne ganz guten Eindruck davon vermittelt, wie ernst man das alles zu nehmen hat (nämlich überhaupt nicht!). Ein halbwegs guter Film oder auch nur eine passable Adaption des zugrundeliegenden Videospiels ist Ganze aber wiederum nicht wirklich geworden, denn dazu reiht Uwe Boll nur stur die kaum als Set-Pieces zu bezeichnenden Action-Einlagen auf dem inszenatorischen Level einer 90er Jahre-TV-Serie à la "Xena: Die Kriegerprinzessin" aneinander und spritzt dabei allenfalls ein wenig freigiebiger mit dem Kunstblut in der Gegend rum. Und wo es im zweiten Teil schon mit der Western-Stadt gehapert hat, kann man nun wohl kaum erwarten, dass da mit zwei, drei Hakenkeuz-Fahnen und den üblichen Nazi-Uniformen aus dem Kostüm-Fundus ein überzeugendes Zweiter-Weltkrieg-Period-Piece auf den heimischen Bildschirm gezaubert wird, denn was Ausstattung und Schauwerte anbelangt rangiert die Chose doch glatt noch unter dem dritten Teil von "Puppet Master". In Hinsicht auf die beiden Vorgänger sollte man als Zuschauer aber wissen, worauf man sich hier einlässt und wer sich von "BloodRayne: The Third Reich" tatsächlich einen "ernsthaften" Vampir-Horrorfilm erhofft hat, dem ist darum auch eh nicht mehr zu helfen...
4/10