Inhalt:
In einem alten Lagerhaus, inmitten eines Industriegebietes, hält eine satanistische Sekte ein Ritual nach dem Compendium Infernus ab.
Geleitet wird die Gruppe dabei von Quinlan, einem abtrünnigen Erzbischof der katholischen Kirche.
Auch anwesend ist Vic Lambert (Eric Murphy) der das Foto sowie Blut und die Haare eines kleinen Jungen für das Ritual zur Verfügung stellt (gegen eine finanzielle Vergütung von Seiten der Sekte). Allerdings ist auch Vater Vassey (Michael Rooker), ein speziell ausgebildeter Priester, vor Ort und findet prompt die sterblichen Überreste von Opfern der Sekte.
Doch obwohl Massey dann auch Quinlan und seine Jünger ausschalten kann kommt er zu spät. Der Sekte ist es kurz zuvor gelungen den Schattenmacher (Andrew Jackson), einen Dämon der die Schöpfung Gottes rückgängig machen soll, zu beschwören dessen erstes Opfer Lambert ist. Der Schattenmacher flieht in die Kanalisation aber Massey findet Lamberts Leiche.
Der Priester meldet sich bei Bischof Gallo (David Calderisi) und obwohl Massey davon überzeugt ist das Quinlan aufgrund seiner Verbrechen lediglich eine politische Bedrohung für die Kirche war begibt er sich nach einem kurzen Gespräch mit seinem Vorgesetzten auf den Weg nach Grand River. Denn in der Brieftasche von Lambert war eine Fahrkarte dorthin...
Mittlerweile hat der Schattemacher durch das Netz der Kanalisation den Ort bereits erreicht. Oder besser gesagt den Friedhof von Grand River wo in einer stürmischen Nacht Deputy Larry Eggers (Gordon M. Woolvett) ein weiteres Opfer der Kreatur wird. Am nächsten Morgen ahnt noch keiner in der beschaulichen Kleinstadt etwas von der Bedrohung:
Der 12-jährige Chris Hatcher (Kevin Zegers) weckt seine Tante Jenny Hatcher (Leslie Hope). Diese hat die Nacht zusammen mit Sheriff Sam Logan (Shawn Alex Thompson) verbracht.
Während Sam sich auf den Weg zur Polizeiwache macht, wo er seine Kollegen Maggie (Catherine Bruhier) und Nestor (Hardee Lineham) trifft, fährt Jenny zu ihrem Arbeitsplatz, einer Tierarztpraxis . In der Stadt laufen zur Zeit auch Vorbereitungen für die morgige Sonnenfinsternis zu der ein Festival stattfinden soll.
Der örtliche "crazy Man" Evert Covey hat deswegen zahlreiche Lichterketten gestohlen um während der Sonnenfinstenis nicht im Dunkeln zu sein.
Doch als Sam die Leiche von Larry auf dem Friedhof findet überschlagen sich die Ereignisse.
Zum Glück ist auch Massey schon vor Ort und gemeinsam mit Sam, Covey und Jenny will er Chris vor dem Schattenmacher schützen. Denn Chris wies bei seiner Taufe die Stigmata Christi auf was bedeutet das er eine reine Seele frei von der Erbsünde hat. Seine Mutter ist schon lange verstorben und Chris Vater ist (oder besser gesagt war) Vic Lambert.
Der Bericht über Chris Stigmata hatte der damalige Priester unglücklicherweise an Erzbischof Quinlan geschickt der Chris daraufhin als Opfer für den Schattenmacher auserkoren hat.
Mittlerweile hat sich der unheilvolle Einfluss des Dämons auf einen Teil der Stadtbevölkerung ausgeweitet und mit jedem Opfer das er tötet ist er stärker geworden. Licht ist das Einzige was der Schattenmacher fürchtet. Doch mit dem Hereinbrechen der Nacht wächst seine Stärke...
Meinung: Ein Film zum immer wieder anschauen.
Bei Shadowbuilder passt einfach alles: die Darsteller, die Musik, die Spezialeffekte etc.
Doch gemach. Ich gehe auf jeden Punkt ein.
Die Darsteller:
Bei Shadowbuilder gibt es keine Ausfälle.
Jeder Schauspieler gibt hier sein Bestes und überzeugt. Besonders Michael Rooker liefert als Vassey eine Glanzleistung ab.
Die Rolle des speziell trainierten Priesters der mit zwei 9 mm Pistolen das Böse in Auftrag der Kirche bekämpft hätte auch total überzogen gespielt werden können. Doch Shadowbuider ist kein Trashfilm sondern ein ernstes B-Movie.
Rooker spielt Vassey authentisch und seine tragische Vergangenheit, die er später im Verkauf des Films erzählt, verleiht dem Charakter eine glaubwürdige Hintergrundgeschichte für seine Beweggründe.
Rooker, den meisten Genrefans wohl besonders vertraut durch Henry - Portrait of a Serial Killer, ist ein dicker Pluspukt sich Shadowbuilder anzusehen.
Denn neben der Haupthandlung erzählt der Film die Geschichte eines Mannes im Streit mit sich selbst und seinem Glauben.
Auch der Rest der Besetzung überzeugt voll.
Zu dem Charakter des Covey (schön schräg aber sympathisch gespielt von "Candyman" Tony Todd) wäre ein größerer Ausbau des Charakters ganz nett gewesen. Aber auch die Figur des Quinlan (kurz aber schön zwielichtig gespielt von Lawrence Bayne) hätte ein bisschen mehr Tiefgang vertragen können. Neben Rooker liefert Kevin Zegers als Chris den Beweis ab das es auch talentierte Kinderschauspieler gibt und verleiht seiner Figur die notwendige Sympathie.
Die Musik:
Der Soundtrack von Eckart Seeber verleiht dem Film die passende Stimmung und Atmosphäre. Anhand von Seebers Musik könte man meinen es bei Shadowbuilder mit einem Blockbuster tun zu haben. Und eigentlich ist Shadowbuilder auch ein Blockbuster, ein B-Movie Blockbuster.
Die Effekte:
In Shadowbuilder gibt es auch einige CGI, besonders in Bezug auf den Schattenmacher. Dieser erscheint zunächst als Schattenwolke und wird später von einem Schauspieler verkörpert.
Im Gegensatz zu vielen anderen (Trash)Filmen wo die CGI einfach nur überzogen wirken (z. B. Filme von The Asylum) sind die Effekte in Shadowbuilder so eingesetzt das sie die ernste Grundstimmung des Films nicht stören und nicht überhandnehmen. Shadowbuilder hat eine FSK 16 Freigabe. Es gibt schon Gewalt aber keinen Splatter / Gore.
Der Film ist ganz auf die Handlung und die Charaktere konzentriert langweilt dabei aber nie.
weitere Anmerkungen:
Shadowbuider erinnert doch sehr an die Werke von Stephen King was ich nicht negativ meine.
Im Gegensatz zu Filmen wie Hostel und seinen unzähligen Nachahmern zeigt Shadowbuilder das dass Horrorgenre über unzählige Möglichkeiten verfügt und althergebrachte Handlungsmuster, wenn richtig inszeniert, immer noch überzeugen und fesseln können.
Wie schon oben gesagt gibt es in Shadowbuilder keine Splatter- und Goreeffekte was dem Film aber zum Vorteil gereicht.
So sind in einer Szene Kinder, unbemerkt von den Haupfiguren, am hellichten Tag auf dem Spielplatz damit beschäftigt ihren Puppen die Köpfe und Körperteile auszureißen. Ein Hinweis auf die Präsenz des Dämons.
Später ist aus der Vogelperspektive zu sehen wie die Kinder die Puppeneinzelteile zu einem Pentagramm angeordnet haben.
Später, in der Nacht, kommt es zu Schlägereien, Leute legen Brände und unter dem Gejohle von Zuschauern legt eine junge Frau einen Striptease auf dem Weltkriegsdenkmal von Grand River hin.
Da das Budget für den Film hier wohl nicht mehr ganz ausreichte sind diese Szenen nur mit einem Dutzend von Darstellern gedreht worden verlieren aber nicht an Wirkung da die Macher von Shadowbuilder es auch hier schaffen Atmosphäre zu kreieren.
Und dann ist da noch Mr. Butterman (Paul Soles) der unter den dunklen Einflüssen des Schattenmachers mit einer Axt aus seiner Garage auf den Spuren von Jack Torrance aus Shining wandelt. Mit bösen Folgen für seine Frau...
Und die erwähnte Mondfinsternis spielt (natürlich) im Finale eine Rolle.
Als literarische Vorlage diente die Geschichte The Shadow Builder von Bram Stoker (Dracula) Schade das Shadowbuilder nie in den Kinos lief.
Potential dazu hätte der Film gehabt.
Fazit: Shadowbuilder ist ein schöner 90-er Jahre Horrorfilm in der Tradition von Stephen King und ist wie Pumpkinhead (1988) oder Catacombs (1988) ein modernes Märchen als Horrorfilm oder ein Horrorfilm als modernes Märchen.
Fairy Tales do not tell children the dragons exist.
Children already know that dragons exist.
Fairy Tales tell children the dragons can be killed
G. K. Chesterton (1874 - 1936)
(10/10)