In der heutigen Zeit reißt das Klonen mittlerweile fast niemanden mehr aus den Socken, aber damals war das genetische Thema großer Anlaufpunkt für diverse mittelprächtige bis schlechte Sci-Fi Filme, die sich natürlich nicht mehr auf geklonte Schafe reduzieren und stattdessen die unangenehme Frage in den Raum werfen, was passiert, wenn Menschen geklont werden. Auch "Johnny 2.0" (was erstmal nach einer Komödie klingen mag) trifft in diese Kerbe und liefert mal wieder ein Endzeit-Szenario, mit einer am äußeren sozialen Rand stehenden Gesellschaft und Jeff Fahey in einer unkomfortablen Dreifachrolle.
Noch ist Johnny der leicht naiv wirkende Gen-Wissenschaftler, der bahnbrechende Neuigkeiten in der Klonforschung zu vermelden hat. Doch da wird das Labor von militanten Gegnern angegriffen, Johnny unsanft verletzt und mittels Schnitt auf ein weißes Krankenzimmer wird ein Sprung von 20 Jahren gemacht. Der vermeintliche Johnny wacht auf und fragt sich, wo er ist, als sein alter Kumpane ihm verklickert, das er 1.) gar nicht der richtige Johnny, sondern nur ein Klon von diesem ist, er 2.) nicht zum Jux erschaffen wurde und den richtigen, untergetauchten Johnny zwecks Festnahme finden soll und 3.) dafür maximal eine Woche Zeit hat, da er sonst den bekannten Tod unfertiger Klone stirbt - das Gegenmittel in Form einer Software hat nur der echte Johnny.
Der sogenannte Johnny 2.0 macht sich daraufhin auf, seinen Urheber zu finden, wird einem bösen, bösen Polizisten zugeteilt und landet schließlich im Knast der vermeintlich gegnerischen Truppe, die schon damals Johnnys Labor angegriffen haben. Unter dem Mantel einer ebenfalls Gefangenen presst ihn Nikki aus, die Anführerin der Soldaten. Als die Bullen schließlich das Lager stürmen und Johnny 2.0 sich passenderweise zum selben Zeitpunkt aus seiner Zelle befreien und die Feinde eliminieren kann, beschließt Nikki, den Jungspund mitzunehmen, ausgerechnet zum echten Johnny, inzwischen gealtert und mit mächtigem Haarwuchs im Gesicht. Johnny 2.0 beschließt, nicht der Aufgabe seiner Schöpfer nach zu kommen, sondern stattdessen mit Nikki und Co. deren Machenschaften zu vernichten.
"Johnny 2.0" erfindet das Rad wahrlich nicht neu, tut aber auch nicht sonderlich weh. Spannend kann man den Film nicht nennen, dazu ist der Ablauf nur reine Routine, man selbst streicht die typischen Punkte von seiner Liste ab und zwischendurch stellt sich die Geschichte auch noch mit logischen Brüchen selbst ein Bein, beispielsweise wenn sich Johnny 2.0 und Nikki aus völlig unerfindlichen Gründen näher kommen. Das interessiert keine Sau. Die Anordnung Gut/Böse ist dann auch ein bisschen sehr stark ausgeprägt, Johnnys Werdegang zur anderen Seite überhaupt nicht nachvollziehbar und die düstere Zukunftsvision vom dreckigen Land, das von einer Todesgrippe langsam ausgelöscht wird, nicht besonders überzeugend. Da hat ganz offenbar das Budget gefehlt, da reicht es nicht, für fünf Minuten hustende Penner in schmutzigen Hinterhöfen zu präsentieren.
Der Film scheitert letztlich an Jeff Fahey, der mit seiner Doppelrolle (bzw. später sogar Dreifachrolle) sichtlich überfordert ist, den zweiten Johnny wie einen jugendlichen Tölpel runterspielt und das gealterte Original zum mysteriösen Opa macht, der auch nicht mehr als keuchend flüstern kann. Das abschließende Finale ist zwar spannender als der eher laue Rest, mehr als ein abgerungenes Happy End kommt dann aber auch nicht raus.
"Johnny 2.0" tut keinem weh, ist jetzt aber auch nicht der D-Böller aus der Sci-Fi Kiste. Das Filmchen ist zwar routiniert runtergekurbelt, traut sich aber viel zu wenig, schafft nicht wirklich die gewünschte Atmosphäre und hat mit Jeff Fahey einen Darsteller erwischt, der so aufregend ist wie eine alte Apfelsine.
Harmlos, aber auch nicht viel mehr als ein Klon von vorherigen Filmen.
4/10