Ich kann mich noch gut daran erinnern, als ich als Kind des Öfteren an unserer lokalen Videothek vorbeilief und der Laden das Plakat von "Snake Eater" im Schaufenster ausgehängt hatte. "Was für ein brutaler Film muss das wohl sein?!", dachte ich mir als kleiner Steppke. 31 Jahre später werde ich doch tatsächlich eines Besseren belehrt...
Leider ist "Snake Eater" ein ziemlich zäher Selbstjustiz-Actioner geworden, der niemals so richtig in die Gänge kommt. Ist der Titel noch relativ assoziationsreich, so bietet das eigentliche Werk nicht mehr als simple wie durchschaubare Konfektionsware von der Stange.
Lorenzo Lamas, den die meisten wohl aus TV-Serien wie "Falcon Crest" oder "Renegade" kennen, gibt hier den kaum charismatischen Einzelkämpfer. Der hat ne Snake Eater-Gürtelschnalle und kann Fallen bauen wie McGuyver, versprüht aber keinerlei Coolness oder anderweitige Faszination. In "Snake Eater" darf er schon mal das Fahren mit Harley üben, was ihm jedoch nicht immer so ganz gelingt. Nicht besser ist es um die Bösen bestellt, die eine Bande von minderbemittelten Eierköpfen sind und bisweilen unfreiwillig komisch rüberkommen.
Trotz einfach gestrickter Handlung dreht sich alles nur im Kreis ohne wirklich von der Stelle zu kommen. Die Angst, seine Nägel runterzukauen, muss hier niemand haben. Ingesamt ist "Snake Eater" eine halbgare Mischung aus "Rambo 1" und dem B-Movie "Gator Bait", wer diesen Südstaaten-Exploiter kennt. Die Spielzeit wurde mit zum Teil überlangen Sequenzen wie etwa einer Polizei-Razzia oder einer Schlägerei in der Bikerkneipe unnötig gestreckt. Hinzu gibt es besonders zu anfangs doofe Slapstick-Comedy, die nicht so recht in das Gesamtbild passt.
Dass es dieser Käse dennoch auf zwei Fortsetzungen brachte, grenzt schon an ein kleines Wunder. Was bleibt ist größtenteils unoriginelle B-Action mit Rape´n Revenge-Anleihen für Hartgesottene. War dennoch nett, sich mal gesehen zu haben...