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Vor 300 Jahren wurden in Devonsville drei Hexen hingerichtet, wobei eine vor ihrem Ableben noch einen Fluch aussprach und in der Gegenwart machen sich drei hinzugezogene Frauen unbeliebt bei den Bewohnern, die in diesen die reinkarnierten Teufelsdienerinnen sehen und daher erneut zum Schafott bitten.

Der Lümmel Ulli Lommel ist mir bisher noch nicht als Regisseur tiefsinniger oder besonders guter Filme aufgefallen und nach Sichtung vom "Totentanz der Hexen" ändert sich nichts an dieser Auffassung.
Der Film beginnt noch recht vielversprechend mit dem Blick in die Vergangenheit, in der die drei der Hexerei bezichtigten Damen auf unterschiedliche Weise ihren Besen bzw. den Löffel abgeben. Eine wird von Schweinen verputzt, die ändere fühlt sich ziemlich gerädert, da sie an einem brennenden Rad gefesselt einen Hügel hinutergekullert wird und die letzte scheitert klassisch am Scheiterhaufen, wobei ihre zu Boden fallende Leiche sich in Luft auflöst und ein Gesicht am Himmel von Verdammnis faselt.
Zurück in der Gegenwart gibts dann erstmal aber leider keine versprochene Rache der Hexen an den Nachfahren der Peiniger, sondern ziemlich viel langatmiges Geplänkel. So bringt ein Ladenbesitzer seine Frau um, eine neue Lehrerin kommt in das Nest, einige Bewohner machen ihr schöne Augen, Donald Pleasence macht in seiner Rolle als Doktor mit seinen Patienten durch Hypnose Zeitreisen und zieht sich zwischenzeitlich Mehlwürmer aus seiner Armwunde, was mit einer auf seiner Familie lastenden Krankheit zusammenhängt, manch einer hat nen Alptraum und die drei zugezogene Damen machen sich unbeliebt (die Forscherin forscht frech in der Natur herum, die Radiomoderatorin gibt im Radio Seelenhilfe und die Lehrerin schließt freidenkerisch einen weiblichen Gott nicht aus und färbt sich zu allem Überfluss auch noch die Haare). Nunja, wirklich spannend oder unterhaltsam ist dieser lange Mittelteil nicht und als man sich dann händereibend das große Finale anschauen will, wird der Schluss eiskalt und lustlos abgehandelt.
Die Effekte beschränken sich bis auf die zwischenzeitlichen Wurmentfernungen Donald Pleasences aus der Armwunde auf den Anfang und das Ende des Films und sind nicht sonderlich überzeugend in Szene gesetzt. So gibt es zwar eine Räderung, einen explodierenden und einen schmilzenden Kopf, aber ordentlich inszenierte Effekte sehen anders aus und bei der an sich vielversprechenden Menschenverspeisung durch Schweine und Hunde sieht man durch die sehr dunkel gehaltenen Bilder, die Schnittechnik und die ungünstigen Kameraeinstellungen garnichts.

Insgesamt verspricht "Totentanz der Hexen" am Anfang mehr als er im Verlaufe des Films halten kann, denn bis zum Finale herrscht meist Langeweile durch Belangloses im Mittelteil vor. Diesen Film muss man definitiv nicht gesehen haben.

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