Die folgende Kritik beinhaltet SPOILER!
Devonsville, 1683. Die Männer des Dorfer lassen ihren abscheulichen misogynen Neigungen freien Lauf & spielen Inquisition, mit drei Frauen als Hexen, welche einfallsreich gefoltert & getötet werden. Die erste wird (anscheinend) lebendig von Schweinen gefressen, die zweite wird rücklings auf ein Kutschenrad gespannt & brennend einen Hügel runtergerollt & die dritte wird auf altbewährte Weise an einen Pfahl gefesselt & abgefackelt. Letztere stößt, während sie ins Jenseits wechselt, noch schnell einen Fluch aus.
300 Jahre später. Die Entwicklung der Menschheit scheint an Devonsville fast spurlos vorbei gegangen zu sein. Als drei starke & selbstbewusste Frauen im Ort auftauchen, hängt der Dorfsegen alsbald schief & die Geschichte beginnt sich zu wiederholen. 1983 wurde mit Olivia - Im Blutrausch des Wahnsinns, The Boogey Man 2 & Totentanz der Hexen (= dt. Titel von The Devonsville Terror) gleich dreifach gelommelt. Und nicht nur das, es wurde auch zünftig geloved, war doch Ulli Lommels Ehefrau Suzanna Love immer mit dabei.
Suzanna ist hier als eine der Hexen des Prologs sowie als Lehrerin Jenny zu sehen, die nach & nach den Zorn des männlichen Dorfabschaums auf sich zieht. Sie flasht auch einige Male ihre Brüste, vermutlich um vom holprig-drögen Erzählfluss abzulenken. Ohne Spannung schleppt sich der Plot sehr langsam dahin, wobei die grob skizzierten Figuren immerhin ihren Zweck erfüllen. Um das Leben der Ladies fürchtet man, das schmierige Gesindel hasst man. Begleitet wird das Geschehen von einem stimmungsvollen Synthie-Score.
Was Lommel richtig gut gelingt, ist es, eine dichte, düstere & auch unheimliche Dorf-Atmosphäre aufzubauen & den ganzen Film über aufrecht zu erhalten. Wer solche Stimmungsfilme mag, sollte sich hier sehr wohlfühlen. Als Bonus ist Donald Pleasence mit dabei; der tut aber nicht viel mehr, als andere zu untersuchen & zu hypnotisieren sowie eklige Würmer aus seinem Körper zu fischen. Fragt nicht. Durchhalten lohnt sich jedoch, denn das Finale rockt derbe & entschädigt für so manche Länge davor.
Besonders die wunderbare Gesichts-Schmelze eines der Schurken hat es mir angetan, da hat bestimmt jemand Jäger des verlorenen Schatzes gesehen & sich gedacht, hey, geil, so was machen wir auch, nur noch ein bisschen länger & etwas roter. Außerdem gibt es einen deftigen Rübenplatzer sowie eine Axt-vs.-Kopf-Szene zu bestaunen, die allerdings so dunkel ist, dass ich kaum etwas erkennen konnte. The Devonsville Terror ist jetzt kein guter Film, aber aufgrund seiner Stimmung & des Finales mag ich ihn recht gerne.