Review

kurz angerissen*
erstmals veröffentlicht: 15.09.2013

"Red Dawn" ist im Grunde ein klassischer Invasionsfilm; in dem Moment, in dem nordkoreanische Fallschirme den Himmel bedecken, könnte man sie in einer einfachen Gleichung gegen außerirdische Untertassen ersetzen und hätte einen originalen reaktionären 50er-Jahre-Parabelfilm auf die McCarthy-Ära, deren Abkömmling ja schließlich auch das Original aus der Zeit Ronald Reagans ist.

War das Original also noch ein Produkt seiner Zeit, stellt ein solcher Film natürlich heute einen vollkommenen Anachronismus dar. Es fällt nun schwer, Dan Bradleys Film richtig einzuschätzen: Möchte er sinnfreie Unterhaltung voller Pyrotechnik sein, will er den alten Geist des Actionfilms wiederbeleben, womöglich gar die damalige Ideologie, fungiert er als Werbung für das Militär oder ist er einfach eine einzige Verarschung? Eine Sichtung gibt diesbezüglich kaum Aufschluss; die penetrant patriotischen Dialoge werden immerhin voller Inbrunst und ohne sichtliche Ironie vorgetragen, klingen dabei auch gar nicht so albern wie die Transformers, fallen aber wiederum in einer offenen Weltgesellschaft ganz besonders auf. Als Unterhaltung funktioniert "Red Dawn" zumindest mittelprächtig; die Spezialeffekte suggerieren ein Aufeinandertreffen klassicher Kriegsfilmmotive mit Science-Fiction-Aura auf dem Spielfeld der Gegenwart, angesagte Jungstars schießen sich den Weg durch die Übermacht der gesichtslosen Invasoren und wenn in einer der vielen pathetischen Reden erwähnt wird, dass es für die Angreifer nur irgendein Land ist und für die Amerikaner die Heimat, so muss man unweigerlich an daran denken, dass dies doch gerade die Methode war, mit der die Amerikaner einstmals ihr Land erschlossen und die Indianer vertrieben haben.

Ein dummer, halbwegs unterhaltsamer Kriegsfilm, der zum Schmunzeln gut ist und auf sich alleine gestellt sicher nicht viel Schaden anrichten kann, fragwürdig ist das Ganze aber schon.

*weitere Informationen: siehe Profil

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