Inhalt:
China in einer spätmittelalterlichen Epoche. Eine Provinz des Reiches wird von einer grausam-skrupellosen Verbrecher-Bande terrorisiert, Dörfer werden überfallen und teils niedergebrannt. Diese Gang sind die "Banditen von Shantung"..., und die Angst vor ihnen ist sprichwörtlich. Selbst kleinen Kindern die nicht gehorchen wird mit dem Spruch "Dann holen dich die Banditen von Shantung" Angst eingeflößt und sie gehorchen posthum....
Eines der Dörfer soll von den Banditen überfallen werden..., dies sprach sich vorab herum..., und die Bewohner sind alle in die Berge geflohen, bis auf den Wirtshausbesitzer.
Yan Tie-yi (Chang Yi), ein Schwertkämpfer der seine Verwandte Ling Ling (Tin Mat) im Ort besuchen will, erreicht das gottverlassene Dorf und ist Gast im Wirtshaus.
Shao Lian Hua (Hu Chin aka Woo Gam) mit ihrem Mitstreiter und die "Brothers of Xie" (u.a. Chin Yuet-Sang) erreichen ebenfalls das Wirtshaus. Eine Eskorte mit Staats-Silber im Wert von 10.000 Tael soll den Ort passieren..., darauf haben sie es abgesehen, und wollen den Treck abfangen.
2 der Banditen von Shantung (Sammo Hung, Yee Yuen) wissen davon..., sind ebenfalls vor Ort..., töten alle Mitwisser und Yan Tie-yi wird in die Sache mit hineingezogen.
Yan ist ein hervorragender Schwert- und KungFu-Kämpfer..., die beiden Banditen sind ihm im Kampf unterlegen. Und Yan beschließt, dem eintreffenden Silber-Treck und dessem Anführer (Kim Ki-Bum) zu helfen..., sowie die Banditen von Shantung auszurotten...!
Diese bekommen zunächst aber Ling Ling in ihre Hände..., und somit muss Yan zusehen, wie die Banditen mit dem Silber -so meinen sie- entkommen.
Yan sucht nunmehr den endgültigen, blutigen Show-Down mit den Verbrechern in deren Haupt-Quartier.......
Fazit:
Im Jahre 1972 schuf Regisseur Huang Feng diesen Swordplay-Klassiker für die Studios von Golden Harvest des Erfolgsproduzenten Raymond Chow.
Und wenn ich sage Klassiker..., dann bezieht sich das eher auf die für das Jahr 1972 doch etwas altertümliche Machart, die eher einem echten Eastern-Klassiker so um 1966/67 entsprach. Dies gilt insbesondere für das antiquierte Dubbing (Geräuschkulisse) während der Fights, und auch teilweise für die Choreographie obgleich die Aktionen nicht hölzern sondern agil-rasant und die Akteure flink sind.
Ich fühlte mich eher in die 60er versetzt, als in das Jahr 1972, in dem Huang Feng ja auch richtig kernige KungFu-Streifen ala "Hapkido" mit entsprechendem Dubbing und knackigerer Choreographie dirigierte..., nun ja, wenn der Film tatsächlich in den 60ern produziert worden wäre, wäre ich echt total zufrieden gewesen..., so weiß ich gar nicht so Recht, was ich von dem Streifen halten soll.
Huang Feng baut seinen Streifen langsam auf..., die Spannung baut sich subtil auf. Dieses gottverlassene Dorf bietet mit seinen schäbigen Häusern und leergefegten Straßen eine düstere Atmosphäre mit morbidem Charme und durchaus greifbarer Spannung.
Die Handlung ist einfach gehalten, lebt vom einsamen Fighter, der in eine Auseinandersetzung gerät..., und schließlich den Entschluss fasst, mit den Villains aufzuräumen..., zumal diese auch eine Verwandte von ihm verletzen. Das ganze hat etwas von einem "Yojimbo" Sanjuro..., der ja auch ein Dorf von Gangstern befreite, nachdem er eine gewisse Situation erkannte.
Chang Yi spielt diese Figur..., nur wenige Worte..., dafür um so mehr Entschlossenheit entwickelt sein Charakter. Die anderen sind um ihn herumgebaut, ein feiger Wirtshaus-Betreiber, eine ängstliche Verwandte..., verunsicherte Kleinverbrecher..., und skrupelloso Villains..., Sammo Hung und Yee Yuen ist das Böse geradezu ins Gesicht geschrieben, und Pai Ying ist der grausame Ober-Motz der Verbrecher.
So ist denn alles einfach in der Story, die trotz geringer Laufzeit (78 Minuten) fast gemächlich und dafür subtil-spannend umgesetzt ist..., und somit ist angerichtet für die Action.
Wie gesagt..., diese wirkt trotz des Tempos ob des Dubbing und teilweise auch in der Choreographie irgendwie antiquiert im Stil. Aber irgendwie gefiel dies, trotz der unvermeidlichen 5m-Hoch-und Weitfliegereien..., ich weiß nicht. Die Aktionen sind flink vollführt, daran lag es nicht..., und zum Ende hin wird der Blutgehalt höher.
KungFu gibt es nur wenig, mit einem spartanischen Dubbing, Swordplay überwiegt..., es wird lang und ausdauernd gefightet, und das Finale mit dem Duell zwischen Pai Ying und Chang Yi ist der blutige Höhepunkt, so soll das ja auch sein.
"Shaolin from Shantung" wirkt wie ein Relikt aus vergangener Zeit von vor 1972. Huang Feng entwickelte in einer Zeit als Bruce Lee, Angela Mao und Carter Wong, Chang Cheh und die Shaw Brothers längst einen anderen, reellen Stil kreierten, einen Eastern der auf klassische 60er-Stil-Elementen aufbaute. Irgendwie verwirrend..., und doch interessant und dadurch auch sehenswert.
Dennoch sind -gerade deshalb?- nur knappe 6/10 Punkte drin. Eine Bewertung ist hier schwierig...., ich empfehle jedem Interessierten sich ein eigenes Bild zu machen.