Es erinnert mal wieder ein wenig an „Rosemaries Baby“ wenn eine junge Frau in eine neue Wohnung zieht, umgeben von vermeintlich offenen Nachbarn, die scheinbar eine Verschwörung aushecken.
Bis dahin ist die Grundidee auch schlüssig, doch im Verlauf ergibt kaum mehr etwas Sinn und die Logiklücken nehmen bis zum Showdown ungeahnte Dimensionen an.
Jessica, augenscheinlich eine junge Malerin, bezieht soeben ihr leicht heruntergekommenes Loft in einem Teil von Los Angeles.
Der zuvorkommende Evan weckt in ihr sogleich vertraute Gefühle, doch die übrigen Mitbewohner erscheinen eher aufdringlich und ein wenig respektlos.
Bevor die große Silvesterparty auf dem Dach steigt, sieht Jessica mehrfach die ermordeten Bewohner, doch kurz darauf sind die Leichen spurlos verschwunden.
Welche Pläne verfolgen die Bewohner, die Jessica immer mehr in den Wahnsinn treiben?
Gelegentlich kommen einem komplette Filmabschnitte überaus bekannt vor und auch in diesem Fall wurden der Geschichte einige Klischeetypen beigemengt, wie der Nerd mit der Kamera, der kauzige Verwalter oder das Ehepaar mit der hochschwangeren Frau.
Über Jessica erfährt man hingegen zu wenig, außer dem Trauma eines tödlich verunglückten Bruders und damit einhergehenden Schuldgefühlen.
Auch die übrigen Figuren bieten wenig Raum für Tiefgang, obgleich sie allesamt recht geheimnisvoll erscheinen und man schon fast von Geistern aus dem Zwischenreich ausgehen könnte.
So gelingt die Einführung einigermaßen interessant, in einigen Situationen stutzt Jessica über Informationen, welche die Nachbarn eigentlich kaum über sie wissen können und wundert sich über das eigenartige Verhalten einiger.
Dabei agieren die Mimen passabel, die Sets gehen in Ordnung und auch der Score liefert eine zuweilen stimmungsvolle Mischung.
Doch mit der Zeit gerät die Chose eindimensional, unnötig wirr und langweilig.
In regelmäßigen Abständen findet Jessica Leichen, ruft Evan oder die Polizei, doch kurz darauf sind die Körper verschwunden, manche tauchen sogar höchst lebendig wieder auf.
Es ist vorzeitig erahnbar, worauf der Twist hinaus möchte, nur der Grund will sich nicht so recht einstellen.
Die Showdown, welcher zwei Zeitsprünge - einen zum Einstieg und einen zum variierten Finale einbezieht, verbessern diese Erklärungsansätze nur geringfügig und lassen insgesamt noch einige Fragen mehr aufkommen, die bei genauerer Betrachtung nicht beantwortet werden können. Das beginnt beim kontextlosen Einschub einer Lesbenszene, geht über einige Utensilien im Lager und schließt das nicht vorhandene Bewusstsein einiger mit ein, denn im Falle einer Zeitschleife, eines Bannkreises und selbst eines simplen Fluches entstünde nicht soviel Ahnungslosigkeit.
Der Streifen schaufelt sich im Grunde selbst eine Grube, aus der es kein Entkommen mehr gibt, da er sich zusehends in immer eklatantere Widersprüche verstrickt.
Dabei sind sämtliche Gewaltszenen keinerlei Erwähnung wert, stimmungsvolle Einstellungen werden zusehends weniger und weichen übermäßig unheilschwangeren Gesichtern und wenn am Ende zweimal Feuer ausbricht (was zum Einstieg bereits angedeutet wird), ist es mit dem Twist nicht weit her.
Zweifelsohne recht solide performt, kameratechnisch souverän eingefangen und von den Locations her ordentlich ausgestattet, nimmt die Handlung groteske Züge an, denen bis zum übermäßig erklärenden Ausgang alle erdenklichen Basisfakten fehlen.
Das gerät zuletzt eher ärgerlich als spannend und lässt die zu Beginn viel versprechenden Ansätze reichlich mickrig erscheinen…
3 von 10