Review

'72 Stunden'. Dieser deutsche Titel ist etwas verunglückt. Der Titel des Originals 'The next three days' ist bei weitem besser und viel näher an der Handlung.

Normalerweile beginne ich eine Rezension nicht gleich mit Kritik, aber bei Paul Haggis o. g. Film gibt es sonst nicht mehr viel zu mäkeln. Außer dass der Anfang etwas etwas zu zäh ist. Aber das muss wohl so sein. Schließlich soll jeder Zuschauer wissen, warum John alles, aber auch wirklich alles, versucht, um seine Frau aus dem Gefängnis zu holen.

Der Film fängt zwar etwas langsam an und hat auch manch ruhige Stelle. Aber ansonsten kann sich der Zuschauer auf einen ganz besonderen und eigenen Rachethriller freuen. Russel Crowe mutiert vom Weichei zum entschlossenen Ehemann. Aber - und das ist anders - übt er die Rache 'nur', in dem er seine Ehefrau aus dem Gefängnis befreit und mit ihr und dem Sohn flieht.

Dazwischen liegen über 2 Stunden bester Unterhaltung, die den Zuschauer - oder zumindest mich - haben um John (Russel Crowe) zittern lassen. Schafft er es oder werden sie doch geschnappt? Hier ist das größte Plus des Films. Er ist in der  zweiten Hälfte unglaublich rasant und spannend, vergisst aber nicht den menschlichen Unterton.

Von den Schauspielern steht Russel Crowe als John natürlich im Mittelpunkt. Und er schafft es, den Laien (was den Gefängnis-Ausbruch angeht) glaubwürdig rüber zu bringen. Alle anderen Schauspieler haben im Grunde nur Nebenrollen. Recht gelungen fand ich den Cameo-Auftritt von Liam Neeson als Ausbrecher-König. Auch wenn das ganze keine 5 Minuten gedauert hat.

Die Action kommt im zweiten Teil des Films ebenfalls nicht zu kurz, so dass der Film als kurzweilig und absolut spannend bezeichnet werden kann.

Kleinere Logik-Lücken - ich möchte sie nicht Fehler nennen - lassen mich zusammen mit der eingangs genannten Kritik auf 8/10 kommen.

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