Manchmal muss man eben auch Glück und Zufall ins Spiel bringen, um einen guten Film zu sehen. Eigentlich landete "Room in Rome" nämlich nur im Zuge einer Rom-Reise bei Lovefilm auf der Ausleihliste. Die ist inzwischen 10 Monate her und solange schlummerte der Film dort vor sich hin. Als er dann nun ankam, hatte ich im Grunde jegliches Interesse an dem Film verloren. Trotzdem wollte ich ihn zumindest kurz antesten und blieb nun völlig begeistert darauf hängen.
Für Rom-Touristen sei aber im Vorfeld gesagt, das der Film absolut nicht geeignet ist, um in Sehenswürdigkeiten zu schwelgen. Man weiß durch den Blick durch ein Fenster zwar ziemlich genau, wo sich die beiden Haiptdarstellerinnen befinden aber das war es dann auch schon. Trotzdem verschafft er einem wieder das Gefühl vor Ort zu sein. Warum vermag ich allerdings nicht zu beantworten.
Falls man allerdings den Film ausleiht um mal einen scharfen Lesben-Porno vor die Flinte zu bekommen, dem sei definitiv abgeraten. Natürlich gibt es hier eine Menge nackter Haut und auch mehrere Sexszenen, aber die sind weder explizit zu sehen, noch ist dies der Hauptinhalt.
Hier geht es um etwas Anderes: Den magischen Moment des Glücks! Dabei ist es völlig unerheblich auf welchem Weg er stattfindet. Da es relativ schnell in die Kiste geht, ist man anfänglich noch in softerotischen Gefilden. Mit zunehmender Spieldauer wird man allerdings verzaubert. Das sind nicht einfach nackte Tatsachen auf dem Bildschirm, sondern ungeahnte Momente. Momente voller Melancholie und Sehnsucht. Mich hat der Film ungemein an die Stimmung von "Lost in Translation" erinnert. Dieses Wissen, das möglicherweise der wundervollste Moment im Leben bald wieder ein Ende haben wird. Dieser fantastische Augenblick der sich gerade abspielt, aber man langsam aber sicher in Sorge gerät, weil die Uhr gnadenlos weitertickt und man genau weiß, das man ihn nicht festhalten kann. Egal, wie sehr man sich daran klammert. Das Wissen, das er sich nie mehr wiederholen wird.
Traumhaft schön und melancholisch zugleich.
Diese Stimmung hat Regisseur Julio Medem fast perfekt eingefangen. Mit traumwandlerischer Sicherheit liefert er uns dazu wunderschön fotografierte Bilder und lässt sie von optimal passender Musik untermalen. Das führt dazu das man auch als Zuschauer immer schneller begreift, das der Film ein Ende haben wird. Ein Ende das man im Grunde kennt, aber vor dem man trotzdem Angst hat. Man möchte diese Momente nämlich teilen. Zumindest versteht man sie. Aber vielleicht gibt es ja doch noch Hoffnung auf die Unendlichkeit.
"Room in Rome" landete wie gesagt vor ca. 10 Monaten auf meine Leihliste. Jetzt wandert er defintiv ins eigene Filmregal.