So, ich denke, es ist an der Zeit, dass sich mal jemand für den guten alten Jim Rockford stark macht. Warum diese geniale Detektiv-Serie hier vergleichsweise niedrig punktet ist mir ein Rätsel, denn sie hat für mich alles, was eine Kultserie auszeichnet: Einen toll ausgearbeiteten und unverwechselbaren Hauptcharakter, der zudem mit James Garner noch hervorragend besetzt ist (Garner ist Rockford), ein cooles 70er Jahre Großstadt-Setting (Los Angeles) halbwegs interessante Fälle mit teilweise überraschenden Wendungen und eine gute Portion Humor, der niemals aufgesetzt wirkt.
Jim Rockford ist ein Typ, den man einfach gern haben muss. Ständig pleite und in einem abgehalftertem Wohnwagen (dafür aber am Strand des pazifischen Ozeans) lebend, nimmt er das Leben so wie es kommt und schlägt sich mit viel Optimismus, Rechtschaffenheit und Hartnäckigkeit durch den rauen Detektiv-Alltag. Sein Markenzeichen und treuer Begleiter ist sein goldener Pontiac Firebird, mit dem er regelmäßig in Rennen und Verfolgungsjagden verwickelt wird. Ähnlich wie bei Magnum spielen die alltäglichen Dinge und das soziale Umfeld eine wichtige Rolle. Letzteres besteht aus seinem Vater, der gelegentlich als Trucker arbeitet, seinem Polizeifreund Dennis und dem Kleinganoven Angel, der zwar immer wieder für Aufregung und Ärger sorgt, aber dennoch irgendwie liebenswert bleibt. Natürlich dürfen auch schöne Frauen nicht fehlen und so gibt es haufenweise weibliche Gastrollen als Klientinnen. Da bleibt natürlich auch die eine oder andere kleine Affäre nicht aus, was aber niemals in den Vordergrund gespielt wird, was sehr angenehm ist.
Rockford ist genau wie Magnum eine Serie die einfach einen gewissen unverwechselbaren Charme hat und mit jeder Folge dazu beiträgt, dass man sich wohlfühlt und etwas zum schmunzeln bekommt. Dabei verkommen die eigentlichen, teilweise recht spannenden Fälle dann schon fast zur Nebensache. Und wenn das kein Kompliment ist für eine Detektiv-Serie, dann weiß ich auch nicht mehr...