Stell dir vor, es ist Krieg und keiner hat es gemerkt…
So viel versprechend und bizarr die Prämisse auf Grundlage der Romanreihe von John Marsden auch klingt, - wer sich schon einmal vorgestellt hat, inmitten einer Invasion durch feindliche Truppen zum Soldaten zu mutieren, darf sich hier, - mit viel Naivität, aber guter Laune etwas austoben.
Die acht Freunde um Ellie (Caitlin Stasey) verbringen ein paar Tage im australischen Outback. Zwar bemerkt man Militärjets am Himmel, macht sich jedoch keine weiteren Gedanken. Als die Gruppe heimkehrt, findet man jedoch verlassene Häuser vor, Strom und Handys sind lahm gelegt und die meisten Zivilisten befinden sich unter Arrest.
Die jungen Leute beschließen, sich den feindlichen Soldaten wie eine kleine Guerilla-Truppe zu nähern und versuchen eine wichtige Transportbrücke zum Einsturz zu bringen…
Bereits bei der Vorstellung der Figuren kommt trockene Situationskomik zum Einsatz und es benötigt nicht viel, um mindestens die Hälfte der acht Studenten sympathisch zu finden.
Ironischerweise wird die paradiesisch anmutende Buschlandschaft die „Hölle“ genannt, wozu natürlich auch der ungebetene Besuch einer Schlange im Schlafsack gehört. Später wird rasch klar, wo sich die wahre Hölle abspielt.
Besonders geheimnisvoll und spannend gestaltet sich im vorderen Part das Einordnen der veränderten Situation, denn die jungen Leute stürmen nacheinander in ihre Elternhäuser, finden verlassene Räume vor und bemerken erst ein wenig später, dass feindliche Soldaten einen Großteil der Zivilisten gefangen halten.
Der Kontext erscheint ein wenig vage, denn der erste Gedanke tendiert in Richtung Nordkorea, wobei die Sprache eine Zusammensetzung mehrerer Sprachen bildet. Ebenso unklar wird die Absicht der Invasoren, wobei nicht erwähnt wird, ob die feindliche Übernahme lokal oder weltweit in Kraft trat.
Ein wenig hanebüchen geht es im Folgenden schon zu, denn sobald jungen Leuten nahezu reibungslose Abläufe in Bereichen zugesprochen werden, die sie eigentlich kaum beherrschen können, wundern das Steuern eines Tanklasters und das leichte Spiel mit dem Dauerfeuer ebenso wie pfiffige Überlegungen, ein feindliches Fahrzeug noch während der Flucht ins Abseits zu bugsieren.
Die Feinde müssen überdies taktisch planlos zu Werke gehen, denn unsere jungen Helden werden mitunter nur halbherzig verfolgt, können tagsüber unbemerkt im Jeep oder auf Motorrädern umherstreifen und einen glatten Durchschuss so fachmännisch behandeln, dass selbiger bereits nach kurzer Zeit völlig verheilt ist.
Über diesen logischen Schwachstellen liegt jedoch die zuweilen fulminante Action mit einigen ordentlich in Szene gesetzten Explosionen, einigen Schusswechseln und schnellem Vorankommen. Zwar bleibt noch etwas Raum für moralische Überlegungen, inwieweit man Menschen töten darf, um selbst zu überleben, doch man driftet glücklicherweise nie in pathetisches Gelaber mit moralinsaurem Hammer ab.
Einige Figuren bleiben zwar ein wenig oberflächlich, doch aufgrund solider Leistungen und einer drollig-süßen Caitlin Stasey in der eigentlichen Hauptrolle als mutige Ellie kommt nie Leerlauf ins Spiel.
So wird man in einem Landhaus aufgespürt und muss heraus, bevor das Gebäude bombardiert wird, ein Kiffer muss erst erkennen wie ernst die Lage ist, zwei Beziehungsgeflechte entstehen am Rande und ein Funkgerät wird versehentlich ausgeschaltet, während sich Soldaten von hinten nähern.
Auf atmosphärischer Ebene wurden die Sets adäquat und simpel gestaltet, die FX, hauptsächlich bestehend aus einigen Explosionen, sehen durch die Bank ordentlich aus und auch sonst muss sich die Ausstattung nicht hinter Hollywoods zeitgenössischen Actionern verstecken.
Der erste Teil der voraussichtlich in den nächsten Jahren entstehenden Trilogie macht zumindest Lust auf mehr und findet auch in prekären Situationen auflockernde Momente.
Von einigen eklatanten Logiklöchern begleitet, setzt der Streifen in erster Linie auf Spannung, Action und lockere Unterhaltung, umgeben von flockigen Sprüchen, ein wenig Tiefgang und viel Bewegung.
Kurzweilig, zuweilen etwas hanebüchen, aber im Gesamtbild durchaus sehenswert.
7,5 von 10