Review

Sehenswerte Dokumentation, gedreht aus persönlicher Motivation. Die Eltern des Machers Thet Sambath wurden während der Terrorherrschaft der Roten Khmer in Kambodscha getötet. Aus dieser Perspektive heraus verfolgt er das Ziel, den Grund des Massenmordes in den Killing Fields zu ergründen.

Der Kniff besteht darin, dass Thet Sambath den ehemaligen Tätern zunächst die tragische Geschichte seiner Eltern verschweigt, damit sie ihm unvoreingenommen begegnen. Die Dreharbeiten erstreckten sich über zehn Jahre, weil die Mauer des Schweigens nur durch langjähriges Vertrauen zwischen dem Filmemacher und seinen Interviewpartnern zu durchbrechen war.

Der Film will nicht verurteilen, sondern verstehen und dokumentieren. Erstaunlicherweise packt sogar Nuon Chea, der Chefideologe der Roten Khmer, aus. Auch wenn der Film die absurde Brutalität des Massenmordes herausarbeitet, stimmt er gegen Ende versöhnliche Töne an. Darin unterscheidet er sich deutlich von S21: The Khmer Rouge Killing Machine (2003).

Es scheint naheliegend, dass Joshua Oppenheimer sich für The Act of Killing (2012) und The Look of Silence (2014) von beiden Filmen inspirieren ließ.


Details
Ähnliche Filme