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Das Ehepaar Jaime (Fernando Cayo) und Marta (Ana Wagener) ziehen mit ihrer Tochter Isa (Manuela Vellés) in eine neue Wohnsiedlung. Noch während der Umzugsphase wird die Familie von einem Einbrecher-Trio überrascht, die sie als Geiseln nehmen und natürlich nur ihr bestes wollen: Ihr Geld...

Filme aus Frankreich und Spanien scheinen ja immer einen besonderen Status zu haben, wenn es um Thriller oder Terror-Kino geht (und das meistens auch nicht zu Unrecht). Doch hier  haben wir nur eine simple Story, die schon so oft über die Glotze geflimmert ist, wie ich mir in meiner Single-Zeit Pornos ausgeliehen habe: Böse Räuber nehmen Geiseln, wollen Geld, alles geht schief. Ende.

In was für eine Richtung, bleibt natürlich der Fantasie des Zuschauers überlassen, aber seien wir ganz ehrlich (und damit meine ich die, die diesen Film schon gesehen haben): Es passiert nichts wirklich spektakuläres bis auf den Schluss, der dann doch so ist, wie ihn wohl keiner erwartet hätte.

Die Anfangs-Sequenz ohne Schnitt wirkt sehr unbequem: Ein Mann, mit einer Plastik-Tüte über´m Kopf, der kaum atmen kann. Und dieser wird beim sich selber retten fast von einen herankommenden Auto getötet.  Diese Szene hat etwas von unangenehmer Bedrohlichkeit, aber leider wird der Rest des Films diesem Anfang nicht mehr gerecht. Es geht leidlich spannend zur Sache, aber dieses besagte Thema ist einfach so  dermaßen ausgelutscht, dass es mich nicht wirklich mehr vom Hocker reißen kann. Auf jeden Fall nicht auf die Art, die Regisseur Miguel Ángel Vivas bevorzugte. Es ist eben dieses blöde Schema:  Es ist ganz egal, in welche Richtung der Film driftet, sei es jetzt nun die gute Seite oder eher zu Gunsten der bösen Seite, nichts ist unberechenbar.

Obwohl dieser Film von der FSK keinen Segen bekommen hat und mit einer "keine schwere Jugendgefährdung"  der SPIO/JK-Schlawiner durchgewunken wurde, geht er äußerst sparsam mit Bluteffekten oder Grausamkeiten um (was ich ihm auch zu Gute heiße). Ein Kopf-Zertrümmerer, eine obligatorische Vergewaltigung (die sich aber öfters ankündigt und schließlich vollzogen wird) und der Schluss dürften dafür gesorgt haben, dass er bei der FSK durchgefallen ist.

Ich will "Kidnapped" mit Sicherheit nicht schlecht reden, ich empfehle jedem, der sich gerne dieses Genre anschaut, sich den Film zumindest auszuleihen, die Spannungskurve sowie die Charaktere sind ordentlich aufgebaut, und wegen dem Schluss sollte man sowieso diesen Film schon mal geschaut haben, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass "Kidnapped" die nächsten zehn Jahre mal wieder in meinem Player landet. Dafür ist er dann doch zu sehr 08/15 Geklimms-Bimms. Für einen gemütlichen Abend zuhause bestens geeignet. Und danach ab wieder in die Videothek.

4/10

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