Ein extrem spannender, wie harter Thriller aus
Spanien! Die Handlung spielt genau dort, wo es am meisten weh tut: im
eigenen (hier neuen) Heim. Obwohl sich die Brutalität vor allem in der
ersten Hälfte oftmals außerhalb des Blickwinkels der
Kamera und somit des Zuschauers abspielt, wirkt der Film gerade deshalb
umso bedrückender realistisch. In der Wirklichkeit kriegt man ja auch
nicht immer alles mit bzw. hört manches, sieht es aber nicht. Genau so
geht es hier dem Zuschauer. In den zweiten 40 Minuten verlässt sich
Newcomer Miguel Ángel Vivas nicht mehr auf die Vorstellungskraft des
Publikums und zeigt die Gewalt nun ohne Kompromisse. Das ist nicht nur
fesselnd und für manchen Betrachter kaum zu ertragen hart, sondern auch
noch ambitioniert inzeniert. Wobei neben den überraschenden , wie
überzeugenden Splitscreens und großartigen Kamerafahrten die folgenden
langen Einstellungen, wie auch die ganze Konstellation, an Michael
Hanekes "Funny Games"-Filme (1997, 2007) erinnern. Die überzeugenden
Darsteller, vor allem die drei Opfer, sorgen endgültig dafür, das sich
nur komplett herzlose Menschen ihrem Leid entziehen können. Das Ende
(kein Spoiler!) gibt einem dann den Rest. Niemand wird diesen Film so
schnell vergessen!! Der Verleih war übrigens nicht bereit für eine FSK
18 Kürzungen zuzulassen und hat den starken Film mit einer Freigabe
durch die JK veröffentlicht. (8,5/10)