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Nu Image ist die wohl bekannteste B-Movie-Schmiede und für die eine oder andere Perle im Low Budget Bereich verantwortlich. So wird die „Operation Delta Force“ nach dem Erfolg des „Erstlings“ mit wesentlich schwächeren Fortsetzungen ausgeschlachtet, in denen die titelgebende Einheit Amerikas Feinden die Hölle heiß machen darf.

Und so beginnt der zweite Aufguss auch mit der Truppe Vorzeigesoldaten, die einem Drogenboss das Kartell zerschlägt und. wie in Filmen dieser Machart leider typisch, die Bösewichte mit einzelnen Gewehrsalven gleich im Dutzend erlegt, während diese sich meist dumm wie Brot verhalten. Trotzdem ist das Szenario recht unterhaltend gefilmt, da fast ohne Unterbrechung geballert wird und etwas explodiert. Das deutlich geringe Budget ist dabei besonders an den „nebeligen“ und „staubenden“ Explosionen, wie dem massiven Einsatz von Knallfröschen als Querschlägerersatz zu erkennen und wirkt oft unfreiwillig komisch.

Da der Druglord naturgemäß nicht sonderlich von der Aktion begeistert ist, befiehlt er ein U-Boot der Amerikaner zu entern, die Besatzung zu vergasen und das U-Boot Richtung Heimat zu steuern, um einer UN-Gipfelkonferenz einen Besuch abzustatten. Die will er mit von „The Rock“ Sets geklauten grünen Kügelchen (in dem Fall Killerviren) sprengen. Eine Idee die wohl inzwischen in jedem zweiten B-Movie ausgereizt wurde. Leider sehen die Sets beim vorliegenden Exemplar aber ebenfalls sehr improvisiert aus, während die Außenaufnahmen mit U-Bootmodellen überraschend gut gelungen sind.

Wer kann also helfen? Genau, die Jungs der Delta Force Einheit! Die werden auch umgehend zum Hauptquartier des Fieslings geschickt, der diese aber schon auf der Reise mit der Bahn begrüßt. Doch trotz ihrer auffallend völlig veralteten Handfeuerwaffen können sie sich der Übermacht an Feinden erwehren, strecken die Bösewichte wieder im Dutzend nieder und löschen nebenher noch einen mit Raketen bestückten Kampfhubschrauber aus, der seine Raketen erst verschießt, nachdem die Truppe schon vom Zug entschwunden ist.

Obwohl diese Zugattacke wohl das Actionhighlight des Films darstellt, da viel gestorben, explodiert und geballert wird, nervt einmal mehr das dumme Verhalten der Gegner, die statt ihren Angriff zu koordinieren, immer in Gruppen angreifen und so leichtes Fressen für die Deltas sind, welche bei dem Angriff aber etwas zu stark über sich hinaus wachsen. Immerhin sind die Stunts aber recht ordentlich inszeniert und das technische Highlight zwei Hubschrauber hydraulisch aus den Waggons hochzufahren akzeptabel gefilmt.

Während es in der Villa kein wirkliches Highlight mehr gibt, müssen die Multitalente (Hubschrauber fliegen, U-Boot steuern,… Was können die eigentlich nicht?) final per Mini-U-Boot an das sich selbstständig steuernde, gekaperte U-Boot andocken und dort die Katastrophe verhindern. Neben etlichen Toten auf Seiten der Gegner wächst dabei ein Exemplar der Gattung Delta etwas zu weit über sich hinaus :-)

Das kleine Budget ist bei de „Operation Delta Force 3“ an allen Ecken und Enden sichtbar. Nicht mal für ordentliche Handfeuerwaffen schien Kohle da zu sein. Hier und da werden Szenen aus anderen Filmen recycelt und schauspielerisch hat man wohl auch möglichst billig gecastet. Nur Tia Carrere dürfte dem Durchschnittszuschauer aus der Riege bekannt sein. Doch trotz der anhaftenden Klischeehaftigkeit, der zusammengeklauten Story und dem chronischen Geldmangel ist dem Film (teilweise weil unfreiwillig komisch) ein gewisser Unterhaltungswert nicht abzusprechen, denn Regisseur Mark Roper schafft es die Action so zu verteilen, dass es immer „etwas zu sehen gibt“, da die Locations auch wenn sie den Eindruck von „Stückwerk“ machen, recht abwechslungsreich geraten sind. Offen bleibt die Frage, ob die Schnittechnik oft wirklich etwas dilletantisch geriet, oder das Werk gekürzt wurde.

Fazit:
Der 3. Teil der „Operation Delta Force“ Reihe hat mit den üblichen Problemen dieser Art von Militäractionern zu kämpfen: Klischees, einfallsloser Plot, schlechten Schauspielern und fehlendes Budget für Pyrotechnik, Sets und Modelle. Trotzdem besitzt er einen akzeptablen Unterhaltungswert, der anderen Genrevertreter fehlt, was der geschickten Verteilung der Action zugeschrieben werden kann.

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