Inhalt:
China im 17. Jahrhundert..., die Ming-Dynastie wurde abgelöst, und Qing Wu herrscht als Kaiser der neuen Qing-Dynastie despotisch über das Reich der Mitte.
In den Provinzen überlässt er untergebenen han-chinesischen Kollaborateuren die direkte Machtausübung.
Und so hat in der Provinz Kwantung der "Ring der 8" die Macht in der Hand..., und dieser beherrscht die Provinz mit eiserner Faust...!
Einer, der diesem "Ring der 8" gefährlich wird..., ist Lu Kuan Chin..., und dieser wird von diesen 8 Meistern liquidiert.
Dessen Sohn, Li Chin (Ching Lap-Wai) ist noch ein Kind..., und wird von einem Leibdiener (Su Chen-Ping) der Familie in das Kloster von Shaolin gebracht.
Hier soll er aufwachsen..., und die Kunst des KungFu erlernen.
12 Jahre vergehen, und aus Li Chin (Carter Wong) ist ein junger Mann geworden, der die Kunst des KungFu bereits meisterhaft beherrsch, und ein Mönch der Shaolin werden will.
Schließlich besteht Li Chin auch die Prüfung durch die Bronzekämpfer des Tempels..., und kann sich so die Drachensymbole auf die Unterarme brennen lassen, jenes Zeichen, das zeigt, dass man ein wahrhafter Meister des KungFu ist.
Die Vorsteher des Klosters (Shaw Luo-Hui, O Yau-Man) entlassen Li Chin, und entsprechen nicht seinem Wunsch, Mönch zu werden.
Li soll draußen in der Welt geläutert werden..., lernen, sich zurückzunehmen, und inneren Frieden zu finden.
Da die 8 Meister darüber informiert sind, dass Li Chin das Kloster verlässt..., gehen sie davon aus, dass er seinen Vater rächen wird wollen. Die 8 wollen Li Chin lieber tot als lebendig sehen.
Li Chin erreicht seine mittlerweile erblindete Mutter (Cheung Shu-Chak), die eine junge Frau, Yuen (Doris Lung) unter ihre Fittiche genommen hat. Yuen ist die Tochter von Chao Chen (Wong Fei-Lung).
Dieser gehört dem "Ring der 8" an, ist gar dessen eigentliches Oberhaupt, gleichwohl er von diesem getrennt agiert, da er ein gesuchter Verbrecher ist.
Li Chin will eigentlich nicht gegen die 8 Kämpfen, und sich mit Yuen und seiner Mutter in die Berge zurückziehen.
Doch lassen die 8 ihn nicht in Ruhe..., suchen immer wieder den Kampf mit ihm..., allen voran das formelle Oberhaupt der 8, Kwan Ming (Lau Lap-Cho), der alle Rechte am Besitz des Vaters von Li Chin an sich selbst abgetreten sehen will. Hierzu soll Li ein Dokument unterzeichnen, doch Li Chin weigert sich beharrlich.
Li Chin gibt nunmehr seine Contenance auf. Er sieht nur noch eine Möglichkeit..., er nimmt den Kampf gegen die 8 Meister (u.a. Liu Ping, Li Min-Lang, Lam Mong Lam, Gai Yuen, Phillip Ko) auf, unter ihnen auch Ming (Chia Ling aka Judy Lee), die den Tod ihres Vaters rächen will, an dem Li Chin´s Vater Schuld tragen soll...!
Und da ist ja auch noch Chao Chen..., der gefährlichste der 8 Meister.
Harte Kämpfe stehen Li Chin somit bevor..., doch er erinnert sich auch der Worte seiner Lehrer in Shaolin, im letzten Moment Gnade walten zu lassen..........
Fazit:
Im Jahre 1977 drehte Regisseur Joseph Kuo für sein eigenes Studio "Hong Hwa International" diesen insgesamt betrachtet stimmigen, unterhaltsamen und actiongeladenen Eastern mit großem Star-Cast des Studios.
Wieder einmal wird eine der gängigen Stories eines Eastern erzählt..., ein Junge dessen Vater ermordet wurde, wird in das Kloster der Shaolin gebracht, wächst dort auf und wird in KungFu unterrichtet. Zum jungen Mann herangewachsen, wird er schließlich -diesmal wider Willen- zum Rächer, und nimmt den Kampf gegen seine Widersacher auf.
Joseph Kuo ist ein Genre-Routinier..., und so routiniert dreht er diesen Eastern ab. Die Sets und die Atmosphäre stimmen..., es kommt echtes Eastern-Feeling auf, viele bekannte Stars des Genres.., die KungFu-Action fetzt, viele Fights, ein Wiedersehen mit den legendären Bronze-Männern im Kloster von Shaolin und der geneigte Eastern-Fan wird gut unterhalten.
"Der Bronzeschwur der Shaolin" ist natürlich keine große Kunst, ist ein KungFu-Actioner für Fans und Vielseher des Eastern-Genres.
Es gelingt Joseph Kuo die Story soweit relativ schlüssig umzusetzen - manch Schlenker ist etwas störend, weniger wäre mehr gewesen, mir fehlte etwas Stringenz-..., seinen Star, Carter Wong, ins Zentrum dieses Streifens zu setzen, und ihm Charakter zu geben.
Die Kunst des KungFu zu erlernen..., ist das eine, Nachsicht -auch mit seinen Feinden- zu üben..., Gutes zu tun und inneren Frieden zu finden, ist das andere. All dies zeigt Carter Wong, die Hauptfigur..., und so lässt er seine Feinde überwiegend am Leben, gleichwohl er sie im Kampf besiegt und töten könnte.
Ein zentraler Aspekt dieses Streifens..., und eben auch die spirituelle, die geistige Ebene des KungFu aufzeigend.
Carter Wong spielt das überzeugend..., er will eigentlich nicht kämpfen. Wird aber dazu gedrängt..., und nimmt den Kampf an. Carter spielt sich verbissen in diese Rolle hinein..., der stechende Blick..., und ein kraftvolles, athletisches KungFu auf hohem technischen Niveau zeigend.
An seiner Seite Doris Lung, hier nicht die Kämpferin..., dafür weinerlich und verzweifelt. Doch auch sie ist Motivation für den Helden..., verliebt sich in ihn..., doch ist eine Liebe nicht möglich.
Die Villains..., das sind die 8 Meister. Vor allem Wong Fei-Lung ragt hier heraus..., er, der sich als Hauptfeind Carter Wong´s herauskristallisiert. Er ist der Boss undercover der 8, wirkt mitunter etwas durchgeknallt..., agiert aus der Deckung, quasi aus einem Exil heraus. Und hat auch noch jede Menge Tricks auf Lager.
Heraus aus diesem Kreis ragt auch eine Fighterin der 8..., Chia Ling (aka Judy Lee). Lau Lap-Cho ist der formelle Chef der 8, ist bärbeißig und skrupellos brutal.
Der Rest ist "nur" für KungFu-Action zuständig..., und sie sind die Gast-Stars dieses Streifens... u.a. Li Min-Lang und vor allem Phillip Ko..., bekannte Stars der Eastern-Szene.
Einen sehr kurzen Gast-Auftritt als Mutter -im Film- Chia Ling´s hat hier noch die Darstellerin Chiu Ting (Chao Ting). Wer meine Reviews kennt, weiß...., die reife Actrice gefällt mir, die sehe ich immer wieder gerne..., da wird mir heiß und schwindlig.
Joseph Kuo baut viel in seinen Film ein..., die Mankos liegen in der Storyline, ich erwähnte es bereits, mir fehlt etwas eine klarere Linie. Die Geschichte mündet etwas konstruiert in ein Finale, in dem zig Minuten fast ununterbrochen gefightet wird..., und das bringt mich zur KungFu-Action, Szenen die leider auch nicht ganz ohne Kritik auskommen
Insgesamt ist die KungFu-Action hier rasant, hart und voller Körperbeherrschung, kernige Kämpfe und volle Action, insgesamt völlig okay. Vor allem die Ausbildung in Shaolin mit einem Wiedersehen mit den Bronze-Kämpfern in den altehrwürdigen Keller-Gemäuern des Klosters machte Laune..., das gefiel mal wieder.
Die Kamera geht ausgezeichnet mit..., ein brachiales Dubbing (Geräuschkulisse) untermalt die Action fast ein bisschen zu heftig und zusammen mit einem mitunter etwas zu offensichtlich aufgedrehten Geschwindigkeitsregler steht manche Szene kurz vorm Trash-Faktor. Das hätte nicht sein müssen.
Weniger gefielen mir auch die Tricks von Lau Lap-Cho..., so vor allem die Zombie-Fighter, die er in einer Sequenz im Finale auf Carter Wong loslässt. Das hebt den Streifen in dieser Sequenz etwas ins Surreale..., und störte mich doch. Eine unnötige und damit vermeidbare Sache.
Insgesamt ist "Der Bronzeschwur der Shaolin" aber ein gut unterhaltender, rastloser KungFu-Actioner mit überwiegend kernigen Fights, starken Ausbildungs-Sequenzen in Shaolin, gelungener Atmosphäre, gängiger Story und rundem Cast um Carter Wong, Chia Ling und Doris Lung.
Geneigte Eastern-Fans dürften sich den Streifen daher kaum entgehen lassen. Neu-Einsteiger sollten mit anderen Eastern-Streifen starten....
6/10.