Review

Gesamtbesprechung

"Halten sie einen Weltfrieden wirklich für möglich?"

Mit Dr. Chika Tanaka entwickelt Tony Stark in Japan einen Reaktor zur kostenfreien und umweltverträglichen Energieerzeugung sowie eine neue Variante seines Iron Man Anzugs, die selbstständig ohne einen Piloten für Recht und Ordnung sorgen soll. Doch die geheimnisvolle Organisation Zodiac übernimmt die neuen Rüstungen und setzt sie gegen Iron Man ein. Mit dem verbündeten Captain Nagato Sakurai setzt sich der Superheld zur Wehr, unwissend, dass der Feind in den eigenen Reihen zu finden ist.

In einer Zusammenarbeit zwischen Marvel Entertainment und dem Animationsstudio Madhouse entstanden die vier voneinander unabhängigen Anime-Serien "Iron Man", "Wolverine", "X-Men" und "Blade". Die jeweils 12-teiligen Animes verbinden klassische Elemente der Comicvorlagen mit den typischen Stilmitteln japanischer Animation.

"Iron Man" setzt gewisse Vorkenntnisse um den Helden und seine Ambitionen voraus. Nur rundimentär werden er und die weiteren Nebenfiguren charakterisiert. Dies verhindert insbesonders in den fortgeschritteneren Folgen eine emotionale Bindung, obwohl sich die Serie erfreulicherweise von handlungrelevanten Figuren trennt. Auch die jeweiligen Wandlungen der Gesinnung ist häufig nicht nachvollziehbar.
Verwunderlich ist der Umgang mit Iron Man selbst. Häufig scheint er seinen Kontrahenten hoffnungslos unterlegen zu sein oder sein Kampfeswille zu verpuffen. Da helfen auch die komisch gemeinten Sprüche von ihm wenig, die ohnehin nicht der gewohnten Selbstironie unterliegen.

Allgemein setzt die Serie ihren Fokus eher auf Action. Die einseitigen und brachialen Actionszenen werden mit einem fetzigen aber nicht immer passenden Soundtrack untermalt. Die Spannung hält sich dabei in Grenzen und wird erst gegen Ende der Serie stimmungsvoll angezogen.

Die Zeichnungen und die digitalen Effekte sind gelungen. Flüssige Animationen stehen im Kontrast zu den kantigen Gesichtszügen der Figuren. Nur selten arbeitet die Serie mit Standbildern, lässt aber hin und wieder karge Hintergründe durchsickern.

Vor allem wegen der hektischen Erzählweise lässt "Iron Man" kaum Bezug zu seinen Figuren zu und verläuft zu oberflächlich und seelenlos, kämpft ab und an gar mit Kitsch. Optisch gibt sich die Serie eher selten die Blöße, so ganz harmonisch ist das Zusammenspiel auf der audiovisuellen Ebene allerdings nicht. Die Spannungskurve steigt nur gemächlich einem stimmungsvollen Finale entgegen. Wer die Comics kennt und der japanischen Animation aufgeschlossen ist, findet in der Serie sicher etwas mehr Unterhaltung als Quereinsteiger.

4 / 10

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