Review

Los Angeles, USA. Nach einer feuchtfröhlichen Party erwachen drei junge Paare am frühen Morgen weil von draußen ein gleißendes Licht in ihr Apartment dringt. Das Licht zieht die Menschen an wie Motten dasselbe und verbrennt sie. So ist es auch kein Wunder, dass bei Tagesbeginn nur noch fünf unserer „Helden“ am Leben sind und Jarrod (Eric Balfour) einige Verletzungen abbekommen hat.

Rasch stellt sich heraus, dass fiese Aliens auf der Erde gelandet sind und die Bevölkerung schon drastisch dezimiert haben. Den Freunden bleibt nach anfänglichem Überlegen nur die Möglichkeit die Stadt zu verlassen und sich anderweitig in Sicherheit zu bringen...

So, den diesjährigen filmischen Beitrag zum Thema „Alien-Invasion“ liefern nun also die Brothers Strause (Colin und Greg) in Form ihres 10 Mio. Dollar teuren Streifens „Skyline“ ab.

Bereits hier darf man getrost etwas stutzig werden, denn für einen zünftigen Alien-Überfall mit jeder Menge Panik, Getöse, Raumschiffen und Zerstörung wirkt das Budget dann doch etwas mickrig. Dass man aber auch mit wenig Geld durchaus effektive und inhaltlich interessante Filme dieser Art machen kann wurde zuletzt durch „District 9“ und „Cloverfield“ bewiesen. Insofern stand ich „Skyline“ schon mal durchaus offen gegenüber...

Der Film startet dann auch gleich mit den auf L.A. herabfallenden Lichtern und deren Auswirkungen auf die Leute in der Wohnung. Mittendrin jedoch wird die Zeit um ca. 13 Stunden zurückgeblendet und man bekommt eine mehr als unnötige Rückblende serviert, die wohl dazu dienen soll die Charaktere zu vertiefen, dabei aber kläglich scheitert und am Ende als ziemlich unnötig bezeichnet werden kann. An dieser Stelle zeigt sich bereits das größte Manko des Films, nämlich das Script der beiden Autoren Joshua Cordes und Liam O`Donnell.

Die erwähnte Rückblende würde im Falle von durchschnittlich begabten Autoren durchaus Sinn machen um die Protagonisten dem Zuschauer näher zu bringen, hier jedoch wird uns hippes, erfolgreiches Jungvolk präsentiert, das offensichtlich keinerlei ernst zu nehmenden Charakter zu besitzen scheint und eher unsympathisch wirkt, als dass es den Zuschauer ernsthaft interessieren würde was mit jedem einzelnen der drögen Dumpfnasen im Laufe der Spielzeit passiert.

Anhand der exemplarischen Charakterzeichnung kann man bereits davon ausgehen, dass der Rest des Films ungefähr in ähnlichen Bahnen verläuft. Die Dialoge sind meistens nur dazu da um dem Publikum zu zeigen, dass die Ton-Film-Ära bereits begonnen hat, denn inhaltlich sind sie allesamt platt und austauschbar. Tempo und Action gibt es dafür aber ordentlich. Dazwischen kommt auch noch allerlei Unsinn hinzu, wie die Tatsache, dass sich die Handvoll Leute vor den übermächtigen außerirdischen Invasoren hinter zugezogenen Gardinen im Apartment zu verstecken versucht. Erklärungen für die Invasion fehlen natürlich und es ist klar, dass wir es mit einem simpel gestrickten Sci-Fi-Streifen zu tun haben, der im Rahmen seiner Möglichkeiten nichts weiter als unterhalten will.
 
Meine Vergleiche zu „District 9“ sind damit schon mal hinfällig. Und auch die zu „Cloverfield“ hinken etwas, denn „Skyline“ läuft zwar auf derselben Schiene, also kleine Gruppe von Menschen sieht sich der Invasion ausgesetzt usw. ab, aber die Intensität ist auf Grund drehbuch- und filmtechnischer Mängel einfach nicht hoch genug. So verstärkt sich der Eindruck es mit einem wirklich billigen Sci-fi-Streifen zu tun zu haben.
Genau hier kommt aber dann die Stärke des Streifens zum Vorschein, die Effekte!

Die Strause-Brüder waren in der Vergangenheit in den verschiedensten Rollen an den Effekten von Filmen wie „Avatar“, „2012“, „300“ u.v.a. beteiligt und dabei haben sie eine Menge in dieser Hinsicht gelernt. Aus diesem Grund sind die Effekte auch das Glanzstück des Films. Ob kleine Aliens mit Tentakeln oder die großen Raumschiffe, der Luftkampf zwischen Jets und den Alien-Schiffen  – alle sind sehr gut und überzeugend geraten!

Insgesamt kann „Skyline“ dadurch zwar nicht ernsthaft groß auftrumpfen, dennoch stellt sich trotz der inhaltlichen Mängel beim Zuschauer ein Gefühl ein, dass durchaus als unterhaltsam zu bezeichnen ist.

Fazit: „Skyline“ ist ein typischer Durchschnittsfilm, der sich an erfolgreicheren und auch interessanteren Filmen anlehnt ohne deren Qualität zu erreichen. Trotzdem bietet er ein gehobenes Maß an Schauwerten, ordentliches Tempo und gute, aber komplett sinnfreie Unterhaltung.

Details
Ähnliche Filme