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"Er ist raus gegangen in das Licht. Und danach war er weg."

Für Jarrod (Eric Balfour), Elaine (Scottie Thompson), Candice (Brittany Daniel), Denise (Crystal Reed) und Terry (Donald Faison) findet eine durchzechte Geburtstagsparty ein jähes Ende. Mitten in der Nacht trifft ein blaues Licht vom Himmel kommend den Boden. Jede Person die in das Licht blickt, wird ins Freie gezogen und verschwindet spurlos. Die Quelle sind außerirdische Raumschiffe, deren Besatzung die gesamte menschliche Bevölkerung vom Erdboden saugen will. Gemeinsam mit Appartement-Manager Oliver (David Zayas) suchen die wenigen noch nicht Entführten nach einem sicheren Versteck vor der außerirdischen Bedrohung.

Nach "Aliens vs. Predator 2" nehmen die Effekt-Spezialisten Colin und Greg Strause erneut auf dem Regiestuhl Platz und lassen eine weitere Invasion aus dem Weltall das Alltagsleben der Menschheit erschüttern. Eigene Ideen sind ihnen dabei fern, klauen sie doch munter bei den Genrekollegen "Independence Day", "Cloverfield" und "Die Körperfresser kommen".

Insbesonders "Kampf der Welten“ sowie Steven Spielbergs Remake "Krieg der Welten" scheinen die primäre inspirierende Quelle für "Skyline", denn auch bei diesem finden sich krakenähnliche Aliens auf der Suche nach überlebenden Opfern in Wohnräumlichkeiten. Der Zweck des Sammelns und das Interesse der Außerirdischen an der Menschheit wird erst zu einem späteren Zeitpunkt angesprochen. Bis dahin heißt es Geduld bewahren, denn die erste Hälfte thematisiert ein unausgereiftes Beziehungsdrama mit abgedroschener Figurenzeichnung.

Besonders tiefgründig ist der Science-Fiction Film zu keinem Zeitpunkt. Die schlichte Handlung um eine handvoll panischer Zivilpersonen und deren Beziehungskonflikte ist wohlgemerkt zweckmäßig und steht Pate für die späteren, enorm wuchtigen Actionszenen. Die blassen Charaktere und deren lieblose Dialoge erschweren allerdings den Zugang zu ihnen, wodurch die erste Hälfte des Films sowie sämtliche weiteren ruhigeren Szenen zu einem echten Geduldsspiel werden. Spätestens wenn so manche dargestellte Situation ungewollten Humor hervor ruft oder der offene Schluss gesehen ist fragt man sich, wo der nötige Feinschliff hingeflossen ist.

Nach der schleppenden Einführung entwickelt sich jedoch ein kammerspielartiger Überlebenskampf, der in seinen besten Momenten eine ausweglose Intensität entwickelt. "Skyline" ist dabei kompromisslos und verabschiedet sich auch schonmal frühzeitig von so manch gedachter Hauptperson.
Actionszenen sowie Darstellung und Präsentation der Aliens sind auf höchstem technischen Niveau. Spätestens wenn die größeren Artgenossen der außerirdischen Invasoren krachend den Boden betreten, bebt der ganze Kinosaal. Spektakuläre Bilder und Effekte bietet der Film insbesonders zu den später häufiger auftretenden Kämpfen mit dem Militär zu Luft und auf dem Boden. Fette Explosionen sowie das Design der vielen Raumschiffe und kleineren Abfangjäger erschaffen dabei neben dem düsteren Soundtrack eine dichte Atmosphäre.

Durchwachsen sieht es wiederum bei den darstellerischen Leistungen aus. Zwar verleihen die noch unverbrauchten Gesichter von Eric Balfour ("Horsemen"), Scottie Thompson ("Star Trek"), Brittany Daniel ("Loveless in Los Angeles"), Crystal Reed ("C.S.I.: NY"), Donald Faison ("Lieferung mit Hindernissen - Killer frei Haus") und David Zayas ("The Expendables") den Figuren einen glaubwürdigen Ausdruck, Sympathie stellt sich aber, nicht nur mangels ausgereifter Charaktere, zu keinem von ihnen her.

"Skyline" enthält viel ungenutztes Potential und fesselt in seinen besten Momenten gleichzeitig ungemein, sodass sich ein Bewertung als garnicht so einfach erweist. Die Handlung ist bestenfalls zweckmäßig, die Figuren blass, Dialoge uninspiriert. Die erste Hälfte schleppt sich voran und auch die späteren ruhigeren Szenen machen da nichts besser. Science-Fiction Fans dürften aber durch spektakuläre Bilder, einige enorm temporeiche Actionszenen sowie einem zwar nicht neuen jedoch interessanten Design der Raumschiffe und Aliens zumindest zeitweise zufriedengestellt werden.

6 / 10

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