Sonja (Amanda Crew), Kyle (Dustin Milligan) und Michael (Richard de Klerk) befinden sich in der offenen Entzugsklinik und sollen am heutigen Mittwoch Leute besuchen, bei denen sie etwas gut zu machen haben. Die Besuche verlaufen wenig angenehm, und jeder ist abends froh, den Tag hinter sich zu haben. Als die drei am nächsten Morgen erwachen, ist zu ihrer Verblüffung wieder Mittwoch. Den drei Freunden wird klar, dass sich tatsächlich ein- und derselbe Tag immer aufs Neue wiederholt. Sie beschließen, daraus ihren Nutzen zu ziehen - während Kyle und Sonja versuchen, das Beste für sich und die Umwelt aus dem Tag zu machen, kostet Michael den Tag auf seine ganz eigene Art und Weise aus. Und dabei überschreitet er immer weiter die Grenze...
Die Grundidee wurde ganz dreist bei der genialen Fantasy-Komödie "Und täglich grüßt das Murmeltier" geklaut. Macht aber nix, da es ja auch nicht erst seit "Scream" irre Schlitzer gibt. Die beiden Werke haben aber bis auf die Grundidee nichts gemeinsam, denn während der Film von Harold Ramis eine Mischung aus einer moralische Fabel mit Humor und Romantik war, ist "Repeaters" eher das düstere Spiegelbild davon. Hier gibt es nichts zu lachen und durchaus geht es auch mal brutal zur Sache. Und genau das kreide ich Regisseur Carl Bessai an, dass er aus dieser Thematik nicht das rausholt, was der Zuschauer erwartet. Bessai fährt lieber die Schiene, Michael zum kompletten Psychopathen abdriften zu lassen als zumindest den Versuch zu wagen, irgendwie diesen immer wiederkehrenden Tag zum möglichst positiven Ende sich entwickeln zu lassen.
Dabei hat jeder Charakter enormes Potential für seine ganz eigene Geschichte: Sonja´s Vater stirbt an diesem Tag, Kyle´s kleine Schwester scheint auf die Drogenschiene abzurutschen, was ihr Bruder natürlich verhindern will und Michael besucht seinen Vater im Knast, der scheinbar wegen Michael einsitzt und nichts mehr mit ihm zu tun haben will. Und auch ein Selbstmörder stürzt sich abends noch in den Tod.
Hier und da wird natürlich zaghaft versucht, Positives zu erreichen, aber Bessai gibt dem psychopathischen Bengel einfach zu viel macht, dass viele Tage im Chaos enden und nichts zählbares dabei rauskommt. Klar scheint es ganz cool zu sein, einmal den Polizisten abzuknallen, den man auf dem Kicker hat - schließlich hat es ja keine Auswirkung auf die Zukunft. Am nächsten "Morgen" lebt der Polizist ja wieder. Aber jeden und jeden Tag die gleiche Scheiße abziehen? Warum geht Michael nicht in den Puff und knallt eine nach der anderen? Oder warum macht er nicht einen auf "Bill & Ted" und testet sämtliche Wasserrutschen in der Nähe?
Nein, es muss irgendetwas sein, was immer mit Tod oder Verderben anderer zu tun hat und das macht 1. den Charakter unglaubwürdig und 2. den Film so austauschbar und auch langweilig. Während im "Murmeltier"-Pendant Bill Murray gefühlte 500 Jahre an demselben Tag verbracht hat, darf man hier so um die sieben Tage miterleben. Und jeder weitere gestaltet sich immer zäher und fadenscheiniger.
"Repeaters" ist kein schlechter Film und durch die geklaute Idee könnte man ihn leicht über dem Durchschnitt im Thriller-Genre ansiedeln. Das mache ich aber nicht. Wer die Grundidee so frech klaut, muss sich auch am Meister messen lassen. Und dabei versagt dieser Film total. In anderen Worten: "Und täglich grüßt das Murmeltier" kann ich mir jedes Jahr auf´s Neue anschauen und er verbreitet immer gute Laune. "Repeaters" dagegen ist ein ganz guter Film, bei dem ich bei einmaliger Sichtung bleibe, daher
4/10