Eine Frau wird von sechs Handwerkern vergewaltigt, ein halbes Jahr später taucht ein Killer auf, der seine Opfer mit einer Nagelpistole tötet. Der Sheriff und der örtliche Arzt tappen eine ganze Weile im Dunkeln, erst als rund ein Dutzend Tote ihre ländliche Idylle zieren, kommen sie dem Täter auf die Schliche. Das ist schier unfassbar dafür, dass der Zuschauer das Motiv und damit den sehr eingeschränkten Täterkreis nach wenigen Minuten bereits mitbekommt. Auch wenn der Killer mit Camouflagekleidung, Motorradhelm und Sprachverzerrer auftritt, man braucht nicht viel Anstrengungen, um auf die Lösung zu kommen. Die zahlreichen Morde sind zwar blutig, jedoch geben Nägel nicht wirklich große oder spektakuläre Wunden ab, statt dessen wurden die Nägel, die in den Klamotten stecken, mit reichlich Kunstblut übergossen, in die Kategorie Splatter fällt das beileibe nicht. Der Verlauf der Story ist nicht der Rede wert, "Nail Gun Massacre" hat quasi keine Rahmenhandlung, sondern bloß in gleichbleibenden Abständen auftauchende Mord- und Nacktszenen. Spannung findet man in diesem Billigstreifen ebenso wenig wie eine Dramaturgie, schlichte Vorhersehbarkeit macht sich an allen Ecken breit. Die Atmosphäre ist hauptsächlich ländlich und kann höchstens für Amateurfans noch interessant sein. Die sollten dann allerdings lieber auf "Camp Blood" z.B. ausweichen, der in jeder Hinsicht besser unterhält. Was bestenfalls den Reiz dieses Machwerks ausmacht, ist die Trashigkeit, mit der das öde Massaker inszeniert ist. Die Darsteller rangieren allesamt auf unterstem Free-TV-Mittagsprogramm-Niveau (annähernd keiner der Toten schafft es, sich nicht auffallend zu bewegen), während die Totalversager von Synchrosprecher toll verdeutlichen, wie schwer es ist, den bayerischen Akzent zu unterdrücken und gleichzeitig unbeirrt den Text möglichst korrekt so abzulesen, wie er lieblos hingekritzelt ist (so haben wir in der Grundschule auch vorgelesen). Dabei hat der Autor offensichtlich seine Donald Duck Sammlung für die Dialoge geplündert, denn so sauber gekünstelt spricht kein Mensch, nebenbei bemerkt: das braucht auch keiner. Das sorgt zwar immer wieder für ausgelassene Erheiterung, ist aber über knapp anderthalb Stunden zu wenig an Unterhaltung und die häufigen Auftritte des Killers machen diesen auch nicht gerade mysteriöser, statt dessen nervt der noch mit seinen dümmlichen Kommentaren zu seinen blutigen Werken. Bizarr ist dann wiederum, wenn der sich bei hellichtem Tage im Swimmingpool schwimmend anschleicht, um den Grillmeister direkt daneben totzunageln, damit dieser, sich kläglich drehend, über dem Grill zusammenbricht. Leider ist nicht alles so ulkig und das Finale ist, wie es der Arzt passend formuliert: "Ich hasse so ein Ende".
Fazit: Angesichts der überwiegenden Belanglosigkeit ist dieser angebliche Kultklassiker für niemanden wirklich zu empfehlen, außer für Komplettisten von allem, wo Blut vorkommt. 2/10 Punkten