Trifft den Nagel in den Kopf!
Einer der berühmteren "Baumarktslasher" seiner Zeit - und einer der schwächsten noch dazu?! Schon, aber ganz so streng wie andere will ich mit "Nail Gun Massacre" nicht sein. Ein paar perfide und perverse Lacher bringt er immer in mir raus. Er hat ja auch glasklar selbst ein trashig-augenzwinkerndes Grinsen drauf. Als gewollter (und nicht besser gekonnter) Trash war er seiner Zeit sogar etwas voraus. Zu einem guten Film oder immerhin Slasher macht ihn das aber selbstredend nicht... Erzählt wird von einem vermummten Killer in Tarnfarben und mit Nagelpistole bewaffnet, der nach einer fiesen Baustellengruppenvergewaltigung (!) im amerikanisch-männlichen Hinterland mal so richtig Nägel mit Köpfen macht...
Ist günstiger als eine Kettensäge!
Amateurhafter als bei "Nail Gun Massacre" wird's im Slashergenre wohl kaum. Und das will was heißen. Hier haben ein paar Buddies mit Bier und eine Nagelpistole, der Titel, die richtige Videozeit und glückliche Vermarktung weltweit gereicht, um übertrieben gesagt aus Scheiße fast schon Gold zu machen. Davor habe ich Respekt. Ein Moonshinemassaker. Ein ruraler Misthaufen. Genagelt, gefedert, getackert und zusammengebastelt. Als ausgewachsenen Film kann man das kaum beschreiben. Es ist eine Aneinanderreihung von Nagelpistolentötungen. Mal besser, meist schlechter. Mal blutiger und gekonnter, meist blutleerer und blöder. Im Wald, in der Hütte, im Appartment. Mehr nicht. Weniger aber auch nicht. Kurz, knackig, karg. Eine dreiste Kopie und ein hammerhartes Original zugleich. Allzu oft muss man den nicht schauen. Ich bleibe lieber bei der Chainsaw oder der ganzen Toolbox. Trotzdem sind die Szenen mit dem Killer in Camouflage samt verstellter Stimme, frechen Einzeilern und kreischendem Score schon eine Sache für sich. Sleazy. Oft eher Softporno mit Haaren auf dem Rücken. Auch der Damen. Jedem, wie er mag.
Fazit: richtig räudiger, roher und ungenierter Wald-und-Wiesen-und-Wasserbett-US-Slasher von Amateuren für Amateure. Nicht halb so kreativ und gut wie sein Titel oder Poster. Dafür doppelt so berühmt (und beliebt?) wie ihm eigentlich zusteht. Trashig, mies, dilettantisch. (K)Ein Slasherunikum!