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Irgendwo in Arizona: Die junge Linda wird am hellichten Tag von einer Gruppe von Bauarbeitern vergewaltigt. Sechs Monate später wird im wahrsten Wortsinn zurückgenagelt, als ein unheimlicher Killer mit Motorradhelm und Tarnanzug in der Gegend umgeht und die Einwohner eines kleinen Kaffs mit der Nagel-Pistole aufs Korn nimmt. Dem örtlichen Sheriff und dem Arzt des Städtchens, die gemeinsam die Ermittlungen in der Mordserie durchführen, wächst der Leichenberg bald schon über den Kopf... Ganz schön schundig und schraddelig kommt "Nail Gun Massacre" als unterfinanziertes Independent-Filmchen auf Quasi-Amateur-Niveau daher, was sich auf das gesamte Ambiente der Produktion bezieht und sich nicht nur im Outfit des Killers niederschlägt, bei dem das Visier des Helms mit schwarzem Gaffer-Tape zugeklebt wurde, um dem Zuschauer einen Blick auf die Visage zu verwehren, weil 'ne getönte Scheibe wohl einfach nicht im Budget drin war. Zwischen dem vorliegenden Filmchen und einem "Texas Chainsaw Massacre", welchem da anhand des Titels ganz ungeniert nachgeeifert wird, ohne dafür eine inhaltliche Begründung zu liefern, liegen allerdings wahre Welten... denn statt eines ewigen Klassikers ist hier nur echter Müll bei rausgekommen, der sowohl das Slasherfilm- als auch das Rape-and-Revende-Sujet ganz schön weit runterzieht. Von so was ähnlichem wie einer Dramaturgie hat das Duo Bill Leslie und Terry Lofton (jo, der Streifen ist wirklich so schlecht, dass ZWEI Regisseure nötig waren!) jedenfall noch nie was gehört und auch der Versuch, einen Spannungsbogen von der ersten Szene (eben die besagte Vergewaltigung, die dankenswerterweise nicht in "Ich spuck auf dein Grab"-Manier breitgewalzt wird) an aufzubauen, misslingt völlig, aber dafür werden in hoher Frequenz die ultra-blutigen Morde aneinandergereiht, dass den Splatter-Spasten mal wieder das Höschen klamm werden dürfte. Die dabei zum Einsatz kommenden Make-Up-Effekte mit ihren deutlich erkennbaren Gummi-Nägeln, die da munter hin und her wackeln, sind allerdings genauso unterirdisch wie die Leistungen der Laien-Darsteller, die es hier vor die Kamera verschlagen hat. Unterbrochen wird das stupide Gemetzel dabei nur von regelmäßig eingefriemelten Sex- und Nackedei-Einlagen, die das Ganze im Verbund mit der dargestellten Gewalt und den dummen Sprüchen, die der Killer da nach seinen Taten ablässt, zum trashig-spaßigen Exploitation-Hobel abrunden. Um den zur Schau gestellten Dilettantismus auf allen Ebenen und den reichlich vorhandenen, unfreiwilligen Humor zu übertünchen, firmiert das Ganze da nach dem Willen von Terry Lofton mittlerweile auch als "schwarze Komödie"... nun ja, jeder wie er er's braucht. Fazit: Auch auf rein filmischer Ebene ein Massaker.

4/10

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