Noch vor der echten Höhephase der PM-Studios entstanden bietet „Final Impact“ Kickboxaction von der Stange, mal wieder vor der Kulisse Las Vegas’.
Nick Taylor (Lorenzo Lamas) war früher Kickboxchampion bis er von seinem Rivalen Jake (Jeff Langton) übelst zugerichtet wurde. Der Übelwicht spannte Nick dabei noch die Ehefrau aus, sodass der verbitterte Ex-Champ nur noch einen miefigen Club leitet, in dem eines Tages des junge Danny Davis (Michael Worth) auftaucht. Der Junge entpuppt sich als Talent, worauf Nick beschließt ihn zu trainieren. Ein Ex-Champ als Mentor, ein Heißsporn als Schüler – „Final Impact“ mixt den klassischen Turnierfilm mit der Geschichte des kurz zuvor entstandenen „Rocky V“.
Also wird fleißig trainiert bis der hoffnungsvolle Nachwuchsfighter weit genug ist, danach ab nach Las Vegas, wo das nächste Turnier um die Weltmeisterschaft stattfindet. Natürlich ist auch der unfaire, brutale Jake als amtierender Meister dabei…
„Final Impact“ ist ein weiterer Beweis, dass gut gemachte Kloppereien mit einem nötigen Mindestmaß an Sorgfalt in einen Film verpackt werden wollen. Denn die Chose ist wenig aufregend, obwohl es über weite Teile alle paar Minuten auf die Moppe gibt. Im letzten Drittel allerdings gibt es nur sehr wenige und auch sehr kurze Kämpfe (auch der Showdown ist etwas schwach auf der Brust). Was die Choreographie angeht, kann man aber nicht motzen: Die Fights sind schick gemacht, es gibt spektakuläre Moves zu sehen und auch der Härtegrad ist nicht zu verachten.
Nur am Drumherum hapert es hier leider. Die Turnierstory macht wenig her und wenn man sich im letzten Drittel noch im Bereich des Dramas versucht, schwächelt „Final Impact“ sichtlich. Wenn Nick so langsam den Halt verliert und Dannys Kämpfe nur zu Überwindung der eigenen Schmach nutzt, dann ist dies mangels Tiefgang wenig aufregend, danach wird es noch etwas kitschiger, da ändert der Finalkampf auch nur wenig dran. Spannend ist die Chose kaum, bestenfalls ein, zwei halbwegs überraschende Momente sind zu verzeichnen.
Für ein Frühwerk aus der PM-Schmiede ist „Final Impact“ aber recht gut inszeniert, denn Joseph Merhi kann das schmale Budget halbwegs kaschieren, wenngleich es an einigen Stellen (z.B. bei den kärglich ausgestatteten Sets) doch noch auffällt. Störend auffällig sind dann auch die Klischees, die „Final Impact“ im Mehrpack bietet: Der Bösewicht ist ein brutaler Schläger, der in der Realität schon längst gesperrt oder aus dem Sport ausgeschlossen worden wäre, sein Trainer ein ebenso fieses Schwein, die treue Freundin an Nicks Seite usw.
Dafür gibt sich Lorenzo Lamas als zynischer abgehalfterter Trainer sichtlich Mühe: Der ehemalige „Falcon Crest“-Schönling kommt ganz schön abgewrackt und schmierig rüber. Kathleen Kinmont ist ganz OK, Jeff Langton spielt den Fiesling eindimensional, aber noch auf akzeptablem B-Niveau. Michael Worth kann gut kloppen, aber leider kaum schauspielern und hat das Charisma einer Packung aufgeschnittenen Weißbrots, was „Final Impact“ nicht unbedingt gut tut. Als Sparringpartner bzw. Turniergegner klettern auch Gary Daniels und Art Camacho in den Ring.
Die Kämpfe von „Final Impact“ sind wirklich schick anzuschauen, der Rest vom Film leider nicht: Schlappe 08/15-Story, gegen Ende wenig überzeugende Versuche im Drama-Bereich und teilweise überzeugende Schauspieler. Nicht schlecht, aber unterdurchschnittlich.