Review

An skandinavischen Filmen kommt man von je her, aber auch in den letzten Jahren nicht vorbei. EASY Money ist ein brutaler und stylischer Genre-Beitrag mit hervorragenden Schauspielern und ist der erste Teil eines als Film-Trilogie geplanten Crime Epos aus Schweden. Basis ist der 600 Seiten Erfolgsroman "Spür die Angst - Stockholm Crime" von Bestseller Autor und Strafverteidiger Jens Lapidus und die vorliegende Verfimung ist ein hochwertig inszenierter und dramaturgisch ausgefeilter und realitätsnaher Drogenthriller.

Die Story (OHNE SPOILER!) ist recht komplex und man muß am Anfang alle Sinne beisammenhalten um den Anschluß nicht zu verlieren: Der Student JW ist ein Blender, er hat nicht viel, aber sieht aus wie ein männliches Model und hält sich gerne im Stockholmer Jet-Set auf, sein Geld verdient er meist als Taxifahrer. Um seiner neuen Freundin aus reichem Hause imponieren zu können läßt er sich auf Drogengeschäfte mit arabischen Dealern ein, aber er hat nicht mit der serbischen Mafia gerechnet.....

Sehr positiv ist die tiefgehende Charakterzeichnung des Films bei allen Protagonisten wie JW aber auch den diversen Gangstern und Bandenmitgliedern zu vermerken. Diese bösen Buben wirken knallhart authentisch, haben aber auch ihre sozialen und familiären Seiten, wie der brutale Mrado der in bezug auf seine fünfjährige Tochter auch menschliche Seiten zeigt, oder Ausbrecher Jorge der sich rührend um seine schwangere Schwester kümmert. Damit einhergehend ist auch die im Film schön ausgearbeitete Frage nach der Ganovenehre. Auch EASY MONEY zeigt am Beispiel von JW schön die Konsequenz der moralischen Einbahnstraße auf, in die man sich begibt, wenn man sich für die "falsche Seite" entschieden hat.

Auf der abwertenden Seite ist zunächst die Lauflänge mit rund 125 min. inkl. Abspann zu sehen. Diese ist etwas zu lang, in der Mitte hängt der Film etwas durch. Eine Raffung der Ereignisse und damit ein etwas schnelleres Tempo hätte dem Film gut getan. Für mich lastet sehr viel Druck auf dem Hauptdarsteller JW, er wird diesem für mich nicht immer gerecht. Zwar spürt man ihm die aufsteigende Paranoia aus dem "Schein" auch ein "Sein" zu machen gut an, er bleibt aber trotz guter Performance ein wenig blass in seinem ansteigenden Zwiespalt zwischen Moral und Amoral .

Trotzdem überzeugt der Genre-Beitrag auf ganzer Linie in der sehr realistischen Darstellung von Bandenkonflikten und auch die Gewaltspirale dreht sich zum Ende hin relativ hoch. So ein Film schreit (leider) nach einem US Remake. Tatsächlich hat sich Warner schon die Rechte an Lapidus' Romanen gesichert. Der Vergleich mit Stieg Larsson's Trilogie ist gar nicht so weit hergeholt wobei EASY MONEY gerade in Schweden sogar mehr eingespielt hat.

7/10 Drogenbossen......äh, .....Punkten

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