Review

MEDIUM:

Bewertet wird hier die uncut Fassung. Die deutsche WVG/I-ON Fassung wurde von der FSK mit einer Lauflänge von 104:35 Minuten

mit der höchsten Kennzeichnung "keine Jugendfreigabe" eingestuft. Der Film wurde erheblich gekürzt. Somit ist aus UNCUT Gesichtspunkten die deutsche DVD/Blu-ray nicht zu empfehlen. Man kann aber davon ausgehen, dass in einigen Monaten über Österreich eine ungeschnittene DVD bzw. Blu-ray angekündigt wird.

Das Bild ist gemäss der jeweiligen Auflösung nicht sehr hochwertig und die sehr schnelle Schnittfolge und der Digital-Look ist deutlich vernehmbar. Der Sound ist gut und in bezug auf das Geschehen sehr prägnant vordergründig abgemischt.  Er liegt in der Blu-ray sogar in DTS-HD vor.

FILM:

Ein Ascheregen über Japan verwandelt die meisten Einwohner zu Zombies. Die Kämpferin Kika macht sich mit einem Kettensägen-Schwert auf um das Land zu befreien. Endlose Schlachten unter Einsatz aller Körperteile und Waffen finden statt. Dabei trifft sich auf ihre eigene Mutter die die Chefin der Zombiebande ist.

Regisseur Yoshihiro Nishimura ist Insidern durch seine ähnlichen Splatter-Machwerke der neuesten Generation wie MEATBALL MACHINE, TOKYO GORE POLICE, VAMPIRE GIRL VS. FRANKENSTEIN GIRL und zuletzt MUTANT GIRLS SQUAD bekannt. Insbesondere TG POLICE konnte durch eine kurde Story, brutalen Witz und Blutschlachten ohne Ende überzeugen.

Mit HELLDRIVER möchte Yoshihiro sich selbst durch die Superlativen aller oben genannten Filme und dem neuen japanischen Splatterfilm wohl ein Denkmal setzen. Der Film zeigt in bisher noch nicht gesehenem Tempo ein über die relative lange Laufzeit unglaubliches Stakkato von Splatterszenen in denen fast alles gezeigt wird was möglich ist. Es vergehen wohl den ganzen Film keine 60 Sekunden ohne eine Splatter- oder Ekelszene nach dem Motto:

"Oh mein Splattergott, lass es Zombies regnen.."

....was dann auch mehr oder weniger im Film stattfindet. Man wird überfordert durch diese Flut von Szenen und hetzt nur von einer Szene zu anderen um schon wieder festzustellen dass die letzte Szene wieder getoppt wird. Für Splatterfreaks und Gorehounds ist der Film natürlich ein absolutes Muss, ein genialer Partyfilm, aber dennoch greife ich nicht zu sehr hohen Noten weil nach dem Blut-Gewitter dann doch vielleicht etwas weniger mehr gewesen wäre. TG POLICE hat das ganze mit noch mehr Witz und einer Story mit viel Blutszenen dargeboten und dadurch auch bestens unterhalten. Der Film hat als Experiment nach dem Motto "wie weit kann man gehen" durchaus seine Berechtigung und jeder Gorehound sollte ihn gesehen haben.

Der Film beginnt mit einem Mann im Gummikostüm mit Spikes der - man kann es nicht anders sagen - als Hobby Zombie-Köpfe angeln hat. Er tut dies auch ausgiebig und schon ist man mittendrin im Wahnsinn. Dazwischen gibt es dann doofe Polizisten, hübsche Frauen und sogar ein paar Menschen die Zombies Menschenrechte verleihen wollen. Das ganze passiert allerdings sehr oberflächlich und keinesfalls mit wirklichem Bezug auf einen gesellschaftlichen Subtext a la Romero.

Im Laufe der Handlung werden auch sämtliche Körperteile abgeschlagen und abgebissen die es gibt und die Protagonisten auf allen Seiten schreien was das Zeug hält. Mal ist es ein Zombie mit einem Hakenkreuz auf der Stirn oder ein Kopf wächst aus einem anderen Kopf heraus...der Freiheit der Darstellung sind keine Grenzen gesetzt. Blutfontainen gibt es reichlich und man wird bei dem ein oder anderen Effekt natürlich an Genrehighlights wie BRAINDEAD. EVIL DEAD und die Romero Filme erinnert.

CGI wird auch oft in Massenszenen eingesetzt und der Film enthält auch Bildexperimente und Verfremdungen aller Art. Es wird wie gesagt fast alles mögliche ausprobiert und gezeigt um dem Genre tatsächlich ein Stück voraus zu sein...was auch gelingt. Der Unterschied zu anderen Filmen dieser Art ist, dass der Splatter nicht auf den einzelnen Körper und seine kreative Zerstörung beschränkt ist, sondern ganze Gruppen von Körpern eine Einheit oder Schwarm bilden, und dieser dann in massiver Form mit allen Mitteln der Kunst wiederum deformiert und zerstört wird.

Es findet ein non-stop Gewitter des Grotesken, die Ausreizung der Grenzen des optisch zeigbaren ohne jeglichen Versuch Charaktere oder eine Handlung aufzubauen und ohne Kompromiss an jegliche Geschmacksgrenzen statt. Man kann es auch als Befreiung sehen und das Gezeigte ist so over-the-top, dass auch keine Identifikation mit dem Dargebotenen stattfinden kann. Erfahrene Genre Liebhaber können den Film dennoch ohne Weiteres verkraften, aufgrund der Vielzahl der entsprechenden Szenen bleibt keine einzelne wirklich nachhaltig hängen. Dies lässt die quasi zeitraffer-artige Abfolge der Verstümmelungs-Orgien nicht zu.

Das ganze wird von einer sehr vordergründigen fast immer aktiven Musik welche mal aus lustigem japanischen Trash-Country, Softrock, Speed-Metal oder auch klassischer Musik besteht. Insgesamt wurde das Ziel dem japanischen Splatterfilm ein Denkmal zu setzen erreicht und jeder der dem Genre nahesteht sollte den Film gesehen haben.

7/10 Punkten

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