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MACHINE GIRL, ROBO GEISHA, BATTLEFIELD BASEBALL, MUTANT GIRLS SQUAD, VAMPIRE GIRL VS. FRANKENSTEIN GIRL und wie sie alle heißen… Nippon-Splatter und kein Ende! Yoshihiro Nishimura, der Regisseur von TOKYO GORE POLICE, lädt nun zur neuesten Metzelparty und serviert uns Kunstblut, Verstümmelungen und Kettensägen-Prothesen.
Die Story:
Ein Meteoriteneinschlag löst in Japan eine gigantische Zombie-Epidemie aus. Die junge Kika, eine der Überlebenden, wurde von der Regierung zum Killercyborg umfunktioniert, um als Kriegerin mit Kettensägen-Katana in die Schlacht gegen die Untoten zu ziehen. Da die Zombies ein kollektives Bewusstsein zu haben scheinen, lautet ihre Mission ganz klar: den Oberzombie killen. Hier lassen sich zwei Fliegen mit einer Klappe erlegen, denn dieser Oberzombie ist Kikas Mutter, von der sie ein Leben lang gedemütigt wurde und die gegen Ende zur kannibalischen Verbrecherin mutierte…

*flache Hand gegen Stirn klatsch* – Argh! Wenn diese japanischen Splatterfilme doch wenigstens mit einer wenigstens annähernd dem menschlichen Geiste zumutbaren Handlung bestückt wären, würde das das Filmerlebnis um einiges annehmbarer gestalten. Aber nein, derartige Filme müssen immer mit einem Höchstmaß an Geisteskrankheit voll gepfropft sein, sodass man nach dessen Genuss gleich 10% dümmer ist als zuvor. Die Crux an HELLDRIVER ist also, wie bei so ziemlich allen seinen Gesinnungskollegen auch, die Handlung, was bei einem Film mit beinahe 110 Minuten Spielzeit doch ganz schön aufs Gemüt schlagen kann.
Sei’s drum. Damit man trotz Gehirn kaputt machender Story also trotzdem einigermaßen bei Laune gehalten wird, wird hier gesplattert bis der Arzt kommt und weit darüber hinaus. Lose Gliedmaßen, gespaltene Köpfe, herausgerissene Wirbelsäulen und gehäutete Skelette – solcherlei hagelt es hier am Fließband. Es vergehen keine zehn Minuten, in denen niemand fontänenartig aus irgendeiner Wunde blutet. Ganz ehrlich: der Kunstblutverbrauch nimmt hier wahrlich exorbitante Ausmaße an. Mit dem roten Wurstwasser, das hier vergossen wird, hätten die damals locker den Brand in Fukushima löschen können. Des Weiteren ist HELLDRIVER ganz groß in Sachen Bodyhorror, sprich: sehr kreativ in seinen Einfällen, auf welche Weise ein Mensch verstümmelt und was dann mit seinen Körperteilen gebastelt werden kann. Geboten werden u.a.
- eine 6-armige Zombielady bis an die Zähne mit Maschinengewehren bewaffnet,
- ein noch an der Nabelschnur hängendes Zombiebaby wird als Waffe missbraucht,
- ein Zombie baut sich aus Leichenteilen ein Auto,
- Zombieköpfe als Wurfgeschosse,
- Zombies, denen ein knöchernes Y aus der Stirn wächst, das auf den Menschen bei Verzehr berauschende Wirkung hat…
Abgefahren bis zum Abwinken also. Die FX machen meist ungemein Spaß. Die Kostüme und das Zombie-Make-up sind allererste Sahne. Besonders wenn gute, alte Latex-Körperteile zum Einsatz kommen, hüpft das Gorehoundherz wie wild in der blutverschmierten Brust. Leider stammt ein großer Teil der FX aber aus dem Daddelkasten und CGI-Blut rockt bekanntermaßen leider nicht halb so derb wie echtes Kunstblut.

Unterm Strich ist HELLDRIVER leider beinahe zuviel des Guten. Der Film ist in jeglicher Hinsicht maßlos und „Over the Top“. Dass die Aufnahmekapazität des Durchschnittsglotzers dafür nicht ausreicht, vergisst er dabei. Ebenso die Tatsache, dass nach der hundertsten meterhohen Blutfontäne und dem tausendsten abgehackten Kopf bei jedem Betrachter, selbst bei den eingefleischtesten Splatterheads, ein Sättigungsgefühl einsetzt und man gewissermaßen den Kanal voll hat.
Natürlich muss man dem Film zugute halten, dass er vor brillanten Splatterideen nur so überquillt, ferner einen Klapsmühlen reifen Humor gepachtet hat, den man nicht alle Tage zu Gesicht bekommt. Trotzdem ist das Gesamtpaket beinahe „too much“ und hätte mit ziemlicher Sicherheit Stoff für 4-5 Hollywood-Produktionen geboten.

FX / Splatter: (+)(+)(+)(+)(-)
Kunstblut: (+)(+)(+)(+)(+)[(+)(+)]
Fun-Faktor: (+)(+)(+)(-)(-)
Story / Spannung: (+)(-)(-)(-)(-)

Fazit:
Beinahe ein Opus unter den Japan-Splatterfilmen. Super bescheuert, hyperbrutal und abgefahren bis zum Anschlag. Bis auf den Splatter aber wenig erbaulich. Fans des modernen japanischen Splatterfilms wird einer abgehen, alle anderen werden nichts damit anzufangen wissen.

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