Review

Japan-Gore-Trash-OVERKILL


"Helldriver" ist ein amateurhaftes Splatterfest aller erster Güte, dass man sich weder nüchtern noch auf nüchternen Magen antun sollte. Japan in der nahen Zukunft: ein geteiltes Land. Nachdem ein Komet einen Großteil der Bevölkerung in insektenartige Zombies verwandelt hat, schlägt eine Zombiekillerin ohne Herz dafür mit Kettensägenschwert zurück... Ich bin immer wieder verwundert, wieviele dieser überambitionierten und völlig absurden Splattercomedies Japan raushaut und wieviele Fans "Tokyo Gore Police" und Co. haben. Ohne der absolute Experte dieser japanischen Blutfontänen-Feste zu sein, kann man denke ich mit Recht behaupten, dass "Helldriver" diesen chaotischen Splatter-Phantasmagorien die Dornenkrone aufsetzt. Yoshihiro Nishimura krönt sich hiermit selbst und legt die Messlatte nochmal ein saftiges Stück nach oben. Wer also auf die Vorgänger im Geiste und Aufwärmübungen ala "Vampire Girl vs. Frankenstein Girl" stand, bekommt hier 'ne feuchte Hose. Und ich meine nicht nur die Unterhose, sondern gleich die Jeans...


Hier sind der Kreativität, der (völlig überzogenen) Gewalt und dem schlechten Geschmack keine Grenzen mehr gesetzt. Manchmal frage ich mich sogar, ob hier Alkohol als Betäubungsmittel reicht. Das können nur die Asiaten, obwohl ich "Adam Chaplin" aus Italien fast noch besser fand, aber eher aus Grund seiner nihilistischen Grundstimmung. Ash Williams. Peter Jackson. Romero. Alle sind/wären stolz. Denn ihr Einfluss ist offensichtlich auf diese amüsante Schlachtplatte. Die teuflisch-sexy Tante aus "Audition" zu bekommen ist ein Geniestreich, die meisten der CGI-Effekte dagegen könnten direkt aus Mortal Kombat von der PlayStation 1 sein. Doch um Perfektion geht es hier genauso wenig wie um eine zusammenhänge Story. Wer Spaß an einem Zombie mit einem Nuntschaku hat, dass aus einem Baby an seiner Nabelschnur besteht, der ist hier richtig. Comicartig, vor schlechtem Geschmack überquellend, völlig überambitioniert und noch sympathischer. Wer leistet es sich schon, erst nach 45 (!) Minuten das Intro loszulassen? Einfach herrlich. Und schwer zu bewerten. Richtig verarbeiten muss man das alles erstmal...


Fazit: der heilige Gral für Fans von japanischem Splatter-Klamauk. Nüchtern kaum ertragbar, aber unheimlich konsequent durchgeknallt, blutig und kreativ. Als ob ein erwachsenes Kind, was auf Splatter steht, in seinem Zimmer mit seinen Zombiefiguren spielt. Ohne Eltern, ohne Einwände, ohne FSK-Beschränkung. 

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