Review

Nach ihrer Kooperation bei der „Snake Eater“-Trilogie arbeiteten Regisseur George Erschbarmer und Lorenzo Lamas für „Final Round“ erneut zusammen.
Offenkundig im Sog von „Running Man“ und „Harte Ziele“ entstanden geht es hier mal wieder um Menschenjagden. Im Gegensatz zu den genannten Filmen werden Infos über die Organisation fast gänzlich ausgeblendet, es sind jagen Gladiatoren in einem abgesteckten Areal mehr oder minder freiwillige Todeskandidaten, während zahlungswillige Sadisten sich das Ganze ansehen und darauf wetten. Wie groß der Kreis ist, was mit den Toten passiert und warum die Polizei nichts mitbekommt, darüber schweigt sich „Final Round“ beharrlich aus.
Doch der Held, der dem Treiben ein Ende setzt, ist nahe: Tyler Verdiccio (Lorenzo Lamas), direkt im prolligen „Snake Eater“-Modus. Macho durch und durch, Besitzer einer Motorradreparatur und Kampfsportass. Als Beweis für letzteres gibt es einen Kampf im Ring und eine Kneipenschlägerei, die Tyler bestreitet, um Jordan (Kathleen Kinmont) zu retten. Natürlich kommt es nach ultrakurzer Kenndauer zur Liebesnacht, damit auch ja kein Klischee ausgelassen wird.

Doch das Glück währt nicht lange: Die beiden werden betäubt, gekidnappt und in die Arena geschickt, wo sie zusammen mit einem weiteren Opfer gejagt werden. Doch Tyler dreht den Spieß um...
Selbst für den Freund des Menschenjagdfilms ist „Final Round“ schon eine relativ schnarchige Angelegenheit, was bereits der lasch zusammengeschusterten Geschichte anfängt. Infos über die Organisation kann man wie gesagt vergessen, was leider auch den Subplot um den Chef und seinen ehemaligen Mentor mysteriös bis undurchdacht scheinen lässt, der scheinbar nur dazu dient, das Ganze am Ende aufzulösen – von diversen Logiklücken mal ganz zu schweigen. Da hilft es dann auch nicht, dass immerhin die Inszenierung meist recht stimmig ist und das Minibudget so gut ausnutzt wie es geht.
Hauptproblem ist jedoch die Tatsache, dass „Final Round“ schlicht und einfach kreuzlangweilig ist. Selbst die knapp 80 Minuten Laufzeit (in der uncut Fassung) kann „Final Round“ nur schwerlich füllen, bauscht die Exposition unnötig lang auf und zieht manch andere Passage ebenfalls in die Länge um Boden gut zu machen (z.B. wenn ein Killerin mit Nachtsichtgerät das Trio minutenlang im Dunkeln umkreist und sie leicht verletzt). Die wenigen Plottwists sieht man schon auf Meilen Entfernung kommen (z.B. Jordans Geheimnis) und potentielle Spannungspassagen wie Belauern der Todeskandidaten durch die Häscher sind extrem kurz gehalten.

An sich goutiert man Derartiges allerdings der Action wegen, aber auch da hat „Final Round“ wenig zu vermelden. Die anfänglichen Martial Arts Duelle in Ring und Kneipe sind fast noch das Spektakulärste an dem Film, die restlichen Konfrontationen sind meist kurz und wenig aufsehenerregend, zumal die geringe Gegnermenge nur wenige Kampfszenen zulässt. Gegen Ende gibt es zwei, drei etwas bessere Fights, doch auch die machen den Kohl kaum fett. Leider sieht man in diversen Auseinandersetzungen zudem sehr deutlich, dass die Akteure nur aneinander vorbeischlagen, was den Kampfeinlagen noch weiter den Reiz nimmt.
Lorenzo Lamas gibt die Heldenrolle recht routiniert und variiert seinen „Snake Eater“-Part nur geringfügig und auch seine damalige Ehefrau Kathleen Kinmont leistet Ordentliches. Ansonsten sind die Darstellerleistungen meist eher schwach, die Schauspieler unbekannt; allenfalls Ian Jacklin kennt man vom Gesicht her, doch als Häscher ist er kaum gefordert.

Die offenkundigen Vorbilder „Running Man“ und „Harte Ziele“ sind „Final Round“ jedenfalls deutlich vorzuziehen, da George Erschbarmers Film zwar halbwegs kompetent inszeniert (von einigen Schwächen in der Choreographie abgesehen), aber uninteressant, lahm und unspektakulär ist – da braucht man für ein echtes B-Spektakel mehr.

Details
Ähnliche Filme