Review

Heutzutage wird gerne versucht, Filme Generations übergreifend zu vermarkten. Auch die Macher von "Yogi Bär" hatten eine solche Marketing-Strategie im Sinn, indem sie Yogi-Bär und Boo-Boo als animierte Figuren auf ein realistisches Naturpark - Szenario los ließen, dass von einem anständigen Ranger (Tom Cavanagh), einem ehrgeizigen Hilfs-Ranger (T.J.Miller), einer blond - naiv, Natur verbundenen Dokumentarfilmerin (Anna Faris) und einem skrupellosen Bürgermeister (Andrew Daly) samt ähnlich veranlagtem Assistenten (Nathan Corddry) bevölkert wird.

Unter den "echten" Menschen geht es dementsprechend um Liebe (Ranger mit Dokumentarfilmerin), Verrat (Hilfs-Ranger) und verbrecherischer Bereicherung (Bürgermeister) und über allem steht die Natur, die vor expansionswütigen Kapitalisten geschützt werden muss. Wer daraus ein Interesse an diesem Film für Zuschauer über 10 Jahren konstruieren will, fährt "Yogi Bär" automatisch gegen die Wand, denn die politische Botschaft, die Charakterisierungen der handelnden Personen und die Entwicklung der Story sind so klischeehaft und vorhersehbar, dass sie nur von Betrachtern ertragen werden können, denen diese Thematik egal ist, weil sie "Yogi Bär" sehen wollen.

Vielleicht sollte man sich in diesem Zusammenhang an die Zeichentrickfilme aus dem Hause Hanna-Barbara erinnern. Yogi, der leicht dümmliche, eingebildete, aber trotzdem sympathische Bär, der es, gemeinsam mit seinem viel schlaueren und zurückhaltenden Freund Boo-Boo, im Yellistone-Park vor allem auf die Picknick-Körbe der Besucher abgesehen hat, war von Beginn an für die jüngeren Zuschauer angelegt. Anders als die "Flintstones" aus dem gleichen Haus, waren seine Abenteuer langsamer und ohne satirische Elemente gestaltet. "Yogi-Bär" ist einfach er selbst, wiederholte sich im Grunde ständig, und hat für die amerikanischen Kinder, die mit ihm aufgewachsen sind, dadurch einen hohen Erinnerungswert bekommen. Hierzulande hat sich diese Faszination nie eingestellt.

Trotzdem kann "Yogi-Bär" ein kindliches Publikum noch gut unterhalten, dass sich nicht an den bescheuerten Nebengeschichten stört, sondern Yogi und Boo-Boo gerne bei ihren liebevoll-naiven Schandtaten zusieht. Nur die klare Beschränkung auf diese Altersgruppe gibt dem Film eine gewisse Berechtigung als seichte Unterhaltung (3/10).

Details
Ähnliche Filme